gullinews am Donnerstag, 30.10.2008 22:16 Uhr
Die Privatwohnung der Person, die offiziell noch immer als "unverdächtig" gilt, wurde durchsucht. Im Zuge der Hausdurchsuchung wurden sämtliche Daten aller Computer gesichert und der Mann zudem verhört. Die Aktion dauerte nach Angaben des Beraters im Bereich Produktmanagement, Kundenakquise und Keyaccount insgesamt mehr als 4,5 Stunden. Im Gegensatz zum Geschäftsführer verblieb die Hardware aber in den Räumlichkeiten des Durchsuchten.
Dubios aber nicht weniger interessant erscheint in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Betroffene unmittelbar vor der Durchsuchung von einem unbekannten DTAG-Mitarbeiter angerufen wurde. Der Anrufer stellte sich am Telefon nicht namentlich vor und erläuterte ihm, dass eine Hausdurchsuchung unmittelbar anstehen würde. Wenige Minuten später öffnete der Mann dem Staatsanwalt die Tür mit den Worten "Kommen Sie doch bitte herein, Sie wurden mir bereits angekündigt!", was bei den erstaunten Besuchern nachhaltig für Missstimmung sorgte. Leider blieb bis jetzt unklar, wer den Berater warnen wollte und vor allem warum.
Es ist angesichts der zahlreichen technischen Störungen, die auch während des Gesprächs mit der gulli:Redaktion auftraten, davon auszugehen, dass die Telekommunikation des Mannes bis dato abgehört wird. Dieser versteht nicht, warum man sich bei der Staatsanwaltschaft nicht an das übliche Prozedere hält. Als Zeuge wäre er jederzeit bereit gewesen, den Beamten alle verfügbaren Daten freiwillig zur Verfügung zu stellen. Er kann sich nicht erklären, warum man ihn jetzt quasi unter Generalverdacht stellt.
Es bleibt leider zu befürchten, dass sich der nächste Informant sehr gut überlegen wird, ob er sich in einem vergleichbaren Fall an die Ermittlungsbehörden bzw. an die Öffentlichkeit wendet, sollte er mit ähnlichen Bespitzelungen und sonstigen Zwangsmaßnahmen rechnen müssen.
Der Mainzer Erotik-Unternehmer indes schäumt vor Wut. Seinem Anwalt hatten die Vertreter der Staatsanwaltschaft am 13. 10. mündlich zugesagt, dass er die beschlagnahmten PCs innerhalb von drei Tagen zurück erhalten werde. Bis heute hat die Staatsanwaltschaft Bonn ihr Versprechen nicht eingelöst. Firmeninterne Projekte sind dadurch nach Auskunft von Herrn Huch ins Stocken geraten. Er beziffert seinen Schaden auf eine fünfstellige Summe und fühlt sich in seiner Arbeit als Unternehmer massiv behindert. Gegenüber gulli sagte er, diese Beeinträchtigung müsste doch auch der Staatsanwaltschaft bewusst sein. "Es drängt sich fast der Eindruck auf, dass man mir Schaden zufügen will", so Huch weiter.
Auch wenn die Deutsche Telekom nicht zuletzt durch deren Auftritt auf den Big Brother Awards für Transparenz und Aufklärung warb, so bleibt die Vorgehensweise der Ermittlungsbehörden höchst fraglich und unverständlich. Die öffentlichkeitswirksamen Auftritte vom Mainzer Erotikunternehmer werden ihm unterm Strich nicht so viel eingebracht haben, wie ihm aktuell durch den Entzug der Hardware und seiner Kontaktdaten geschadet wird.
Ob dies Zufall oder Absicht ist, verbleibt der Interpretation eines jeden einzelnen Lesers. (Lars Ghandy Sobiraj)
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soricsoon am 31.10.2008 16:49:06: |
T.H. am 31.10.2008 17:57:49: |
soricsoon am 31.10.2008 19:50:45: |
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