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13. März 2007

Timbaland wurde erneut von Mitgliedern der C64-Szene verulkt Raid on Timbaland

Der amerikanische Produzent Timbaland wurde jüngst erneut von Mitgliedern der C64-Szene verulkt. Im Spiel "Raid on Timbaland" der SWAT-Saboteurs wird ein bewaffneter Überfall auf die Timbaland Studios nachgestellt. Völlig unüblich ist bei Rappern die Austragung von Streitfällen unter Anwendung von Waffengewalt indes nicht. Der US-Rapper Snoop Dogg war erst im November letzten Jahres festgenommen worden, nachdem die Polizei in seinem Auto versteckte Drogen und eine Waffe gefunden hatte.

Stören dürfte Timbaland die Attacke der Special Weapons And Tactics-Saboteure nicht, er bezeichnete den finnischen Musiker Janne Suni in seinem Radiointerview ja selber als "Videogame Idiot". Wenn er wenig später Opfer einer ähnlichen, wenn auch kaum bekannt gewordenen Verunglimpfung wird, dürfte ihm das freilich egal sein. Der Ruf ist wieder gerade gerückt, denn in der Zwischenzeit hatte sich Mr. Mosley aka Timbaland mit seiner Hilfeaktion für die kahlgeschorene Britney Spears sehr medienwirksam zurück in die positiven Schlagzeilen befördert. Doch die Demoszener vergessen so schnell nicht, erst im Januar war der Produzent von der Gruppe Chronic mit deren Timbalame-Intro aufs Korn genommen worden. Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Auch wenn in der Zwischenzeit nicht viel passiert ist, diskutieren die Mitglieder der Demoszene, als wäre der Vorfall erst gestern publik geworden. Im Diskussionsbrett "scene music stolen" auf Pouet.net sind über 1300 Beiträge auf mehr als fünfzig Seiten zu dem Thema aufgelaufen. Tendenz steigend.

Screenshots von Raid on Timbalame

Der norwegische Musiker und Programmierer Glenn Rune Gallefoss, in der Szene besser bekannt als Shark oder auch 6R6 gab auf unsere Angabe hin bekannt, dass das Verfahren seiner Rechtsanwälte noch immer laufen würde. Jetzt heißt es für ihn abwarten, Ausgang offen. Der Komponist vom Stück "Acidjazzed Evening", welches Timbaland als "Do It" für Nelly Furtado aus der Taufe gehoben hatte, konnte bis auf die Anstrengungen der beauftragten Rechtsanwaltskanzlei nichts Weltbewegendes zur Beschreibung der aktuellen Entwicklung beitragen. Das Verfahren schreite nur sehr langsam voran, dies ist bei der Anwendung von internationalem Recht nicht weiter überraschend. Von jeglichen Interviews oder weiteren Anfragen von Journalisten, wie es um die Angelegenheit steht, bittet Tempest Abstand zu nehmen. Man möchte die Angelegenheit mit der Plattenfirma im Background in aller Ruhe klären. Jegliche zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit könnte sich bei einer eventuellen außergerichtlichen Einigung schädlich auswirken.

Das C64-Spiel selbst kann man leider kaum als einen Renner bezeichnen. Die Loader-Routine ist ziemlich buggy und der Rest wurde unter Mithilfe eines Shoot'Em-Up Construction Kits erstellt. Nichts, was man selber programmiert hätte. Der "Raid on Timbaland" kann dementsprechend leider weder inhaltlich noch graphisch begeistern, es handelt sich eher um eine Funproduction - die Produzenten haben es aus guten Gründen unterlassen, eine Kontaktadresse anzugeben.

Wem aber die Vorstellung gefällt, den amerikanischen Produzenten auf diese Art heimzusuchen, sollte sich die aktuelle Version des kostenlosen C64-Emulators VICE installieren. Version 1.21 für Windows, MS-DOS, Acorn RISC OS, Mac OS X, BeOS, Linux und Amiga OS ist erst vor wenigen Tagen veröffentlicht worden. Wer nach besseren Spielen als diesen Raid sucht, dürfte auf c64.com und Pirate's Portal bestens bedient werden.

Beitrag im Forum von pouet.net von MaaliErfolgreiche Produzenten mit und ohne Kanone und solche, die es werden wollen, können sich jetzt von einer unendlich scheinenden Menge an existierenden SIDs aus vergangenen Tagen "inspirieren" lassen. All denen sei die High Voltage SID Collection mit einem Archiv von mehr als 60 MB und 33.000 Musikstücken ans Herz gelegt.

Beispiele für frühere Plagiate aus diesem Sektor gibt es mehr als genügend. Der Hit der Gruppe Zombie Nation aus dem Jahr 1999 "Kernkraft 400" war ein Remake des Soundtracks vom C64-Spiel "Lazy Jones" von David Whittaker. Für den holländischen Chartshit "You've got my love" von Bas "Bastian" Bron wurde bei den Musikern Jeroen Tel und Reyn Ouwehand abgekupfert. Die Chancen für Janne Suni und Glenn Rune Gallefoss stehen nicht schlecht, in beiden Fällen sind die Gerichtsurteile zum Nachteil der Plagiatoren ausgegangen.

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