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17. Juli 2007

Terroristen 2.0 Hanfbauern und Mexikaner

Nicht nur Deutschland hat seine Terrorparanoia, in der immer weitere Bevölkerungsgruppen zu "Gefährdern" und potentiellen Angehörigen krimineller und terroristischer Vereinigungen deklariert werden: in den USA werden ebenso immer größere Gruppen dem Terrorlager zugeschlagen. Die neuesten bewaffneten Kämpfer gegen den Rechtsstaat: Mexikaner und Hanfbauern.

Wer in den USA Hanfplantagen anlegt, ist ein "gewalttätiger krimineller Terrorist", so John P. Walters, seines Zeichens Direktor des Büros für Drogenkontrolle im Weißen Haus. Hanfbauern stellen selbst bereits eine "terroristische Bedrohung der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit sowie der Umwelt" dar, darüber hinaus würden sie "nicht zögern, andere Terroristen ins Land zu schleusen, denen massenhaft Menschen zum Opfer fallen".

Drogen selbst unterstützen Gewalt und Terrorismus, weswegen man sie nicht kaufen solle. Gipfel der Ironie: als Beweis für die Gefährlichkeit der Hanfbauern muss auch das Argument herhalten, sie seien bewaffnet und besäßen Sturmgewehre.

Während angesichts afghanischer Mohnplantagen immerhin in anderen Kontexten eine Verbindungslinie zwischen bewaffnetem Kampf und Drogenhandel gezogen werden kann, sind weitere Pläne in den USA von geradezu umfassender Pauschalität. In Texas soll 2008 ein Grenzzaun mit aufwändiger Sicherheitstechnik entstehen, der das Land gegen "illegale Immigration und Terroristen" schützen soll. 120 Kilometer lang und 5 Meter hoch soll der antimexikanische Schutzwall werden, im Anschluss sollen noch weitere Grenzregionen mit weniger martialischer Sicherungstechnik gegen die überall auf Infiltrationsmöglichkeiten lauernden Terroristen ausgestattet werden.

Während in den betroffenen Regionen, die wirtschaftlich auf den Grenzverkehr angewiesen sind, bis zu 80% der Bevölkerung die Pläne als unsinnig abtut, zeigt sich die Regierung ungerührt. Schließlich seien solche Befestigungsanlagen der beste Schutz gegen terroristische Infiltration aus dem Süden.

Was man in der Vergangenheit als amerikanische Eigenheiten abtun konnte, hat in der Zwischenzeit mehr als deutliche Parallelen in Deutschland und Europa. Auch hier werden die Begrifflichkeiten von Terrorismus externer Link in neuem Fenster folgtimmer externer Link in neuem Fenster folgtweiter externer Link in neuem Fenster folgtaufgeweicht, wird mit Termini von "Gefährdern" oder "Kombattanten" um sich geworfen, und zu guter Letzt ist die EU sehr erfahren im Bau von Befestigungsanlagen zum "Schutz" südlicher Grenzen. Die dort gelegentlich umkommenden Menschen mögen keine Terroristen sein - tot sind sie dennoch.

  • 34 Kommentare zum Artikel
  • Wer die Bauern in diesen Ländern dem globalen Wettbewerb (mit riesigen Maschinenparks) aussetzt, darf sich nicht wundern, wenn diese Leute aus purer Not Hanf statt Mais oder Weizen anbauen. Das dumme ist, daß Wähler auf der ganzen Welt solchen Unsinn von Terroristen und Sicherheit gerne glauben. Die Menschheit tut erst etwas Vernünftiges, wenn alle anderen Möglichkeiten durchprobiert sind.

    keksekekse am 18.07.2007 22:27
  • Ganz EHRLICH??? Gegenfrage: WER ist in den USA KEIN Terrorist??...genau das würde ich gern wissen.

    LeChiffre am 19.07.2007 01:10
  • Zitat: Zitat von LeChiffre Ganz EHRLICH??? Gegenfrage: WER ist in den USA KEIN Terrorist??...genau das würde ich gern wissen. Der Bushclan, und sympatisanten wie die merkel.

    Johnnsen am 19.07.2007 01:11
  • Blair hast du vergessen...

    LeChiffre am 20.07.2007 06:22
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