|
04. Juli 2007
Terror, Innere Sicherheit und Online-Durchsuchung Was denn nun, Frau Merkel?Zweifellos sind wir alle in akuter Gefahr, Opfer von Terror und Attentaten zu werden, glaubt man unserem Innenminister Schäuble. "Lebensnotwendig" seien die Onlinedurchsuchungen, und schon alleine wegen der tödlichen Bedrohung sollte man Schäuble vielleicht erstnehmen - würde da nicht sein eigenes Ministerium keine erhöhte Gefahr sehen. Umso verwunderlicher, dass nun Bundeskanzlerin Merkel und die BITKOM auf den orwellianischen Kurs Schäubles einschwenken. Orwellianisch im besten Sinne des Wortes: Der so der Innenminister laut Volksverhetzung, mutmaßt "...Volksverhetzung ist nichts anderes als das öffentliche In-Abrede-Stellen der Grundrechte, der Menschenwürde einzelner oder bestimmter Bevölkerungsgruppen - in diesem Fall der Menschenrechte und Menschenwürde von Verdächtigen.
Damit betreiben Merkel wie Schäuble Propaganda gegen die Aussagen des eigenen Ministeriums. Denn das Innenministerium gab nach den Londoner Anschlägen bekannt, dass keine konkreten Hinweise für Anschläge in Deutschland vorlägen. Merkel widerspricht vage: Immerhin existiere eine "latente Bedrohung" durch den internationalen Terrorismus und fügte hinzu: "Darauf muss mit Augenmaß geantwortet werden." Wenn angesichts "latenter Bedrohungen" das "Augenmaß" in der Einführung eines totalitären Überwachungsstaats besteht, muss man in der Tat darum flehen, dass es nie zu "konkreten" Bedrohungen kommt. Nicht auszudenken, was dann die Reaktion "mit Augenmaß" wäre. Bremser im allgemeinen Terror-und Überwachungswahn sind schwer auszumachen. Selbst ansonsten zuverlässige Verbündete wie die BITKOM fallen durch erstaunlich affirmative Aktionen auf, geht es darum, mit Überwachung Geld zu verdienen (und nicht, wie im Fall Vorratsdatenspeicherung, selbiges ausgeben zu müssen". Kai Raven "Mehr Kameras allein genügen nicht. Videodaten helfen zwar, im Nachhinein Täter zu identifizieren. Ziel muss es aber sein, Vorfälle von Anbeginn an zu verhindern. Genau hierzu trägt intelligente Videosensorik entscheidend bei." Dies das Statement des BITKOM-Vizepräsidenten Jörg Menno Harms. Was nichts anderes besagt, das Unschuldige unter Verdacht gestellt und entsprechend überwacht werden sollen - schließlich geht es darum, Taten zu verhindern, deren Ausführung allenfalls vermutet oder angenommen wird. BZW. schlicht und ergreifend, erst einmal jeden Bürger zu überwachen - möglicherweise fällt ja der eine oder andere durch verdächtige Handlungen auf. Was es einmal mehr notwendig macht, dass sich der Widerstand noch deutlicher äußert. Um Herrn Schäuble zu bemühen: Niemand soll sagen, dass er vorher nichts gewusst haben will. Verwandte News
Trackbacks
|