gulli: Telekom-Skandal: Mainzer Erotikunternehmer hatte die Daten seit 2006

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06. Oktober 2008

Telekom-Skandal Mainzer Erotikunternehmer hatte die Daten seit 2006

Nicht gar leise waren sie, die Aufschreie, als letzte Woche bekannt wurde, dass bereits 2006 17 Millionen Datensätze abhanden gekommen sind. Jetzt tritt Tobias Huch vor die Presse, er habe die Daten bereits im Sommer 2006 von einem Geschäftspartner erhalten - und gewartet.

Wer Tobias Huch noch nicht kennt, dem sei folgendes gesagt: Er ist Geschäftsmann im Erotikbereich, und sieht sich selbst als Ritter der Meinungs- und Kommunikationsfreiheit. Die Stichwörter Selbstbeweihräucherung, Buskeismus und Resisto IT werden nicht selten in einem Atemzug mit Tobias Huch genannt. "Huch!" muss er wohl gedacht haben, als ihm die 17 Millionen Datensätze in die Hände fielen. Huch handelt nämlich mit double-opt-in Adressdatenbänken, sprich Dateien mit Bestätigung der Adressaten, dass Werbung erwünscht sei. Ohne nun in moralische Streifzüge auszuarten, soll es nun aber um den Transfer 2006 gehen: In zwei Interviews mit einsLive und der taz gehen die Gesprächspartner auf die Sensation ein. Ein Österreicher sei es gewesen, der ihm vor zwei Jahren einen Downloadlink zu der 2-3 GB großen Datenbank zuspielte. Laut Huch versprach er sich damals ein gutes Geschäft, er war in der Datenvermarktung tätig. Aufgrund der Größe der Datenbank, und dem Vorhandensein einer T-Mobile Rufnummer in jedem Datensatz kapierte Huch jedoch schnell, dass es keine normale Kundendatenbank sein konnte, sondern die gestohlenen Daten der Deutschen Telekom. Woher er das damals schon wusste? Ein Insider hätte ihm das mitgeteilt.

Daraufhin soll sich Huch damals direkt beim rosaroten Konzern gemeldet haben. Dieser reagiert jedoch nicht, schweigt die Angelegenheit tot. Günther Jauch wechselte also gestern seine Handynummer - nachdem es zwei Jahre lang möglich gewesen wäre, belästigt zu werden. Auch andere bekannte Personen sind betroffen gewesen, darunter Politiker, sogar Minister. Huch löscht die Daten jedoch nicht, sondern behält diese in seinem Datenbestand. "Ich habe die Sicherheitsstandards meines Systems enorm anheben müssen", äußert er sich in einem der Interviews.

Ein unbescholtener Bürger vermutet nun, dass zwei Tage später die Staatsanwaltschaft, die Polizei oder das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bei Huch auftaucht. Dem war jedoch nicht so, es macht sich gar die Vermutung breit, der Telekom sei der Verlust egal gewesen, einschließlich der Folgen für die Kunden.

Weiterhin steht neben diesem Sachverhalt ein großes Fragezeichen: Warum sorgt T. Huch nicht für die Vernichtung der Daten aus seinen Beständen? Warum informiert Huch weder Polzei noch Staatsanwaltschaft, als die deutsche Telekom, respektive T-Mobile nichts unternimmt? Ohne Zweifel wird dieser Skandal weitreichende Folgen haben. Man darf sich trotzdem fragen: Was wurde alles dennoch totgeschwiegen? Es verbleibt ein übler Nachgeschmack, das Warten auf die Meldepflicht von Datenverlusten und weitere Schritte in Richtung IT-Sicherheit und Datenschutz. (-rbrueckner)

  • und warum mal Huch und dann wieder Hauch????? ->SCHHLEEEEECHT

    Fugga_XXX am 07.10.2008 03:18
  • @Fugga_XXX: Danke für den Hinweis, ist geändert!

  • Seminar "Medien und Wahrheit" von Churchill. Glaube nur der Statistik/dem Dementi, das du selber verfasst hast.

  • Huch, das ist ja lustig. Das ist doch jener fragwürdige Geschäftsmann der Macel Bartels von "mein-Parteibuch" verklagte und kläglich scheiterte. Der den Nazi-Domain Prozess gegen Dolzer durch alle Instanzen verloren hatte. Jener Huch der mal behauptete eine frühere Version seines AVS währe sicher was vielen Webmastern die ihm glaubten eine Strafanzeige einbrachte... Und nun die "sehr glaubwürdige *ichhaumichweg*zufällige" Verwicklung in ...

    Sepulpa am 07.10.2008 12:01
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