gulli: Telekom: Missbrauchsverfahren wieder eingestellt
08. Mai 2008

Telekom Missbrauchsverfahren wieder eingestellt

Die Bundesnetzagentur hat heute das Verfahren gegen den Großkonzern Deutsche Telekom eingestellt. Mitbewerber warfen dem Unternehmen vor, mit Vorsatz die Schaltung von Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) hinauszuzögern. Ende letzten Jahres wurden die ersten rechtlichen Schritte gegen die Telekom unternommen. Nun knapp sechs Monate später, soll das Verfahren ruhen.

Neben dem Kundenschwund im vergangenen Jahr von über zwei Millionen Telefonanschlüssen, musste sich die Telekom nun auch noch Vorwürfe bezüglich einer Marktbehinderung gefallen lassen. Die Kundenzahl in diesem Bereich liegt aktuell bei 33,2 Millionen. Im Laufe der Ermittlungen kamen viele Details an das Tageslicht, welche begründete "Zweifel an der Unbedenklichkeit" aufkommen ließen.

Diverse Bedenken hatten auch zwei alternative Anbieter und zögerten nicht lange mit der Einleitung eines Missbrauchsverfahrens. Die Telekom rechtfertigte sich bei den wartenden Kunden für den überdurchschnittlichen Rückstau und macht das große Umschalt-Aufkommen dafür verantwortlich. Die Leidtragenden waren die Kunden, den anderen Anbietern waren die Hände gebunden. Besonders "Telefonica" und "Arcor" fühlten sich im Wettstreit um neue Kunden schlecht behandelt und benachteiligt. Durch das Verfahren war die Telekom großem Druck ausgesetzt und fertigte den Auftragsstau im Eiltempo ab. Nur auf diesem Wege konnte das Verfahren letztendlich eingestellt werden. Für die Zukunft möchte der Bonner Konzern seine Auftragsbearbeitung anpassen, um auch die Umschaltung der Leitungen fristgerecht durchzuführen.

Festnetzchef Timotheus zeigt sich erleichtert über die Entwicklungen: "Eine Marktbehinderung lag nicht vor und war auch nicht in unserem Interesse". Die pünktliche Umstellung der Leitungen und generell die Einhaltung von Fristen fällt nun auch unter die Beobachtung der Bundesnetzagentur. Laut eigenen Angaben soll einem zeitigen Einschreiten bei Missachtung der Fristen künftig nichts im Wege stehen. (Autor: gS-)

(Via Der Standard.at)

  • 17 Kommentare zum Artikel
  • Das jeder seine eigenen Kunden lieber behandelt, ist doch klar. Denkt ihr, 1&1 wäre anders, wenn sie Monopol an der letzten Meile hätten? ich glaube nicht. Ich kann nicht beurteilen, ob T-Com oder die Konkurrenz Recht hat, somit werde ich die Telekom nicht für was ankreiden, was ich net beurteilen kann. Eventuell waren es wirklich die unmengen von Aufträgen, vielleicht auch nicht. Wer außer die T-Com kann es 100% ...

    ImperatorXenu am 10.05.2008 01:10
  • sicherlich ist es für alle die umsteigen möchte ärgerlich wenn sie ewigkeiten darauf warten und zeitweise vielleicht gar kein netz haben, wie es genau war werden wir nicht erfahren - mir erscheint es jedoch seltsam, denn kaum spricht man die Telekom über ne Anzeige an geht alles ganz flott... also ganz normal kann das nicht gelaufen sein

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