gulli: Telekom Bespitzelung: Im Auftrag von ganz oben

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28. Mai 2008

Telekom Bespitzelung Im Auftrag von ganz oben

Der vom Bonner Konzern beauftragte Berliner Recherchedienst hat ausgepackt. Veranlasst wurde die Auswertung der Verbindungsdaten angeblich vom ehemaligen Konzernchef Ricke und dem ehemaligen Aufsichtsratvorsitzenden Zumwickel. Nun steht die Ex-Vorstandschaft unter großem Druck. Mit der systematischen Überwachung sollten die Lücken im Unternehmen ausfindig gemacht werden, dazu dienten umfassende Aufzeichnungen über Verbindungsdaten. Bezüglich der Anschuldigungen ließ nun der Recherchedienst aus Berlin die Bombe platzen.

Heinz Klinkhammer, der frühere Telekom-Personalvorstand erhebt massive Vorwürfe gegenüber die ehemalige Vorstandschaft und sagte im Verlauf eines Interviews mit dem Handelsblatt, dass der Auftrag aus dem Umfeld Zumwinkel und Ricke erteilt worden sei. In einer Sondersitzung soll sich nun explizit über dieses Thema ausgetauscht werden. Ebenfalls dem Handelsblatt teilte der Chef der Berliner network.deutschland GmbH Ralph Kühn mit, dass die Überwachung von "ganz oben" angeleiert worden sei.

Diese Tatsache unterstreicht natürlich die Vorwürfe erneut und rückt nun die Herrschaften von oben in das Zwielicht. Überwiegend brachten die Auswertungen verwertbare Ergebnisse ans Tageslicht. In einer der ersten Ausspähaktionen im Jahr 2005 gelang es dank der prächtigen Zusammenarbeit von Bonn und Berlin, dem Ex-Betriebsratschef Wegner, eine telefonische Verbindung zu einem Journalisten vom "Capital" nachzuweisen. Daran sollte wohl weiter angeknüpft werden. Darauf hat die Zeitung geheime Mittelfristplanungen veröffentlicht. Sichtlich verärgert über diese Publikation zeigte sich die Unternehmensleitung und schaffte es den "Maulwurf" ausfindig zu machen. Überraschenderweise gab sich die Telekom mit der bloßen Information zufrieden und leitete keine weiteren Schritte gegen Wegner ein.

Gerüchten zufolge habe es jedoch intern einen Deal gegeben, ansonsten wäre er nicht so glimpflich und ungeschoren davon gekommen. Schließlich hätte er wegen Geheimnisverrates belangt werden können. 2006 kam dann die Abteilung für Konzernsicherheit erneut auf ihn zu. Es wurden zum wiederholten Male interne und vertrauliche Unternehmensunterlagen an die Presse weitergegeben. Drauf wurde Ralph Kühn und sein Unternehmen erneut beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen. Es kam zur Erkenntnis, dass erneut eine Lücke vorhanden sei.

Monatlich schickte dann die Telekom umfassende Verbindungsdaten Richtung Berlin, die dort ausgewertet und analysiert wurden. Treffer wurden prompt gemeldet.

 

Spitzel

 

Kühn selbst wartete noch auf die Entlohnung von 400.000 Euro, die ihm von der Telekom noch zustehen. Via Fax drohte er dem Konzern mit Konsequenzen, wenig später gelang dieses in die Hände des Spiegels. Aktuell nimmt sich die Staatsanwaltschaft Bonn mit Hochdruck den Vorkommnissen an. Es wird geprüft, ob das Fernmeldegeheimnis oder Datenschutzbestimmungen verletzt wurden. Mit einem Ergebnis sei frühestens morgen oder spätestens Freitag zu rechnen.

(via tagesspiegel.de, thx!)

  • Mr. Liechtenstein Zumwinkel hatte doch behauptet, er hätte damit nichts zu tun. Warum werden solche Leute nicht auch mal bestraft?

    Destiny666 am 28.05.2008 21:22
  • Zitat: Zitat von Destiny666  Mr. Liechtenstein Zumwinkel hatte doch behauptet, er hätte damit nichts zu tun. Warum werden solche Leute nicht auch mal bestraft? Weil sie gleicher sind als andere, darum. Seilschaften, siamesische Versicherungen, all so Sachen.

  • Warum solche Leute nie bestraft werden? Na weil sich alle untereinander kennen, Richter und vielleicht auch Staatsanwälte bei gelegentlichen ,,Anlässen,, der Telekom eingeladen sind und man sich durch geschäftliche und auch private Beziehungen bekannt ist. Die Telekom ist außerdem einer der größten Arbeitgeber Deutschlands, nicht auszudenken wenn man die verärgert und größere Teile des Konzern's ins Ausland verlegt würden usw.... Ehrlich ...

    ghostuser am 29.05.2008 10:41
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