Telefon-Spam: Trickbetrüger Nutzen automatisierte Anrufe

gullinews am Dienstag, 01.04.2008 15:10 Uhr

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Über automatisierte Telefonanrufe versuchen Trickbetrüger einen kostenpflichtigen Service im Internet anzubieten. Es handelt sich offensichtlich um ein Nepp-Angebot. Um an eine Nachricht zu gelangen, die man angeblich von einem Nachbar bekommen hat, muss man sich auf einer Internetseite anmelden und geht gleichzeitig ein kostenpflichtiges Abonnement ein. Der Betrug begann als Spam und setzt sich nun als Spam am Telefon fort.

In dem vorliegenden Fall ruft ein automatisiertes Anrufsverfahren wahllos bei ahnungslosen Leuten an und erklärt ihnen mit einer Stimme vom Band, dass sie eine wichtige Nachricht von einem Nachbarn bekommen hätten. Diese würden abrufbar sein auf der Webseite Nachbarschaftspost.com. Werden alle Anweisungen befolgt, um an die beworbene Nachricht zu kommen, hat man nicht nur einem kostenpflichtigen Abonnement zugestimmt, sondern auch die eigenen Kontaktdaten samt Telefonnummer in die Hände von Spam-Betrügern gespielt. Eigentlich ein alter Trick.

Das Angebot Nachbarschaftspost.com wird gestellt von dem Anbieter Nachbarschaft24.net, welcher sich als Nachbarschaftsportal versteht. Beim Einloggen in das System erklärt man sein Einverständnis für einen kostenpflichtigen Service, der neun Euro pro Monat kostet. Der Vertrag läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und die Kündigung muss schriftlich erfolgen. Es besteht zwar ein Widerrufsrecht innerhalb der ersten 14 Tage, dieses wird man beim Durchwinken der AGB und der Erklärung des Datenschutzes meist überfliegen. Zudem ist nicht zu erkennen, dass man die eigenen Daten unter anderem für SMS- und Telefonmarketing freigibt, denn unten auf der Seite befindet sich ein winziger Link 'Werbeeinverständnis', den man nicht bestätigen muss wie die AGB oder die Erklärung zum Datenschutz.

Der Betreiber des Angebots hat den Firmensitz in Dubai, so jedenfalls die Anschrift des Postfachs. Das Service-Callcenter befindet sich in der Schweiz und ist selbstverständlich kostenpflichtig. An das Callcenter muss man sich im Fall eines Widerrufs wenden. Falls man das Abo regulär kündigen möchte, muss die Kündigung fristgerecht per Brief zugestellt werden. Ein Brief von Deutschland nach Dubai könnte nicht nur teuer werden, sondern gegebenenfalls auch etwas länger dauern. Andere Möglichkeiten zur Kündigung gibt es nicht. Der Vertrag verlängert sich automatisch um weitere zwei Jahre, falls man nicht kündigen sollte.

Dennoch ist anzunehmen, dass Spam am Telefon eine Ausnahme von Trickbetrügern bleibt. Unerwünschte Anrufe gelten als unlauterer Wettbewerb und die Strafen in Deutschland sind nicht unerheblich.

( via Intern )

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15 Reaktionen aus dem gulli:Board

the_artist am 03.05.2008 18:33:48:
Der Newsautor schreibt Schwachsinn: An das Callcenter muss man sich im Fall eines Widerrufs wenden. Falls man das Abo regulär kündigen möchte, muss die Kündigung fristgerecht per Brief zugestellt werden. Ein Brief von Deutschland nach Dubai könnte nicht nur teuer werden, sondern gegebene...

Destiny666 am 05.05.2008 19:27:45:
Wenn meine Nachbarn was von mir wollen, dürfen sie mir gerne einen Zettel in den Briefkasten werfen. :p...

Soniyx am 05.05.2008 19:46:26:
irgendwie kommt mir die ganze Sache sehr bekannt vor, liegt wohl daran, das dieser oder ein ähnlicher Fall gestern Abend im TV lief...

 

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