gullinews am Dienstag, 11.09.2007 14:42 Uhr
Zumindest hat ein Telefonat gereicht um Heribert Müller (Name von der Redaktion der MAZ geändert) ins Fadenkreuz der Ermittler zu bringen. Ermittlungen in der Nachbarschaft ergaben lediglich Hinweise auf seine Fahrgewohnheiten und darauf, welchen Fußballverein der verdächtigte Rentner mag und welchen nicht. Der Chef eines Fitnessstudios und der Mitarbeiter eines Autohauses waren sehr entgegenkommend. Sie unterstützten die Beamten bei ihren Recherchen gerne in Form von Auskünften. In welchem Zusammenhang die Meinung des Mannes gegenüber dem Verein Bayern München stehen soll und warum ihn dies automatisch verdächtig macht, bleibt unklar.
Das Ehepaar ist darüber empört, dass Polizei und Justiz auch nach neun Monaten nicht zu einem Abschluss der Ermittlungen gekommen sind. Bei der Akteneinsicht stellte sich heraus, die fraglichen Briefe tragen eine andere Handschrift als die des Mannes oder seiner Frau. Warum Staatsanwalt und die Beamten der Polizei das Unübersehbare nicht erkennen konnten versteht der Mann nicht. Seine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Richter, der den Durchsuchungsbefehl ausgestellt hat, wurde abgewiesen. Ein Dienstvergehen war für das Gericht nicht zu erkennen. Und dabei hatte das Ehepaar im Verlauf der Hausdurchsuchung alles Menschenmögliche getan, um die Ermittlungen zu beschleunigen. Um ihre Unschuld zu beweisen, fertigte die Ehefrau von Herrn Müller freiwillig eine Schriftprobe von sich selbst an und übergab diese den Beamten. Derweil setzt der tatsächliche Täter seine Reihe fort. In der Zwischenzeit sind seit der Durchführung der Hausdurchsuchung diverse neue Briefe mit vergleichbarem Inhalt verschickt worden.
Oberstaatsanwalt Wilfried Lehmann, äußert gegenüber der MAZ Verständnis für den Ärger des Betroffenen. "Die Ermittlungen dauern an, der Verdacht hat sich bisher nicht bestätigt". Die zähen Untersuchungen und der bisher ausgebliebene Vergleich der Schriftproben kommentiert der Behördensprecher nicht. Der Nationalsozialismus speziell im östlichen Teil Deutschlands ist ein großes Problem. Wenn eine Person seit so geraumer Zeit Briefe mit dererlei Inhalten verschickt, ist der Einsatz der Behörden unumgänglich. Wenn dabei aber der Ruf eines Mannes in Mitleidenschaft gezogen wird, gegen den man von Beginn an nur wenig Verdachtsmomente in der Hand hatte, ist dies allerdings sehr kritisch zu sehen.
Wie auch immer, zukünftig sollte man sich sehr gut überlegen, zu welchen Äußerungen man sich an seinem privaten Telefonanschluss hinreißen lässt.
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Navel am 13.09.2007 10:35:46: |
Crass Spektakel am 13.09.2007 15:57:39: |
PTL am 13.09.2007 16:02:32: |