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28. Juni 2006
SWIFT-Kontenüberwachung Europäischer Datenschutz kümmert das CIA nichtBereits letzte Woche wurde bekannt, dass das CIA seit 2001 den Bankenverkehr überwacht. Die Daten lieferte das europäische Unternehmen SWIFT. Während Banken und Verbraucherschützer von der faktischen Abschaffung des Bankgeheimnisses sowie der Missachtung europäischer Datenschutzrichtlinien entsetzt sind, hagelt es nun Regierungsschelte für die New York Times, welche den Skandal aufgedeckt hat. Jährlich lieferte Swift schätzungsweise mindestens 20 Millionen Bankdaten. An das System sind die meisten europäischen Banken angeschlossen, welche über das Unternehmen Geldtramsfers abwickeln. Die Schnüffelei des CIA fand nach Angaben des SWIFT-Aufsichtsrats Günther Gall ohne richterliche Verfügung oder Gerichtsbeschluss statt. Die Datenherausgabe sei dem Unternehmen "abgepresst", die Mitwisser zum Stillschweigen verpflichtet worden sein. Während sich europäische Banken und Verbraucherschützer von der umfassenden, jahrelangen Schnüffelei entsetzt zeigen, wird die New York Times heftig gescholten. Eine Schande sei die Veröffentlichung des Schnüffelskandal, kommentierte Präsident Bush, der nun den Krieg gegen den Terror erschwert sieht. Mit der Times geriet Bush schon anläßlich des Abhörskandals letzten Jahres aneinander. Die Times berichtete damals als erste über die großflächige Überwachung von US-Bürgern durch die NSA, ohne dass entsprechende richterliche Anordnungen ergangen sind. Einen Schritt weiter als Bush geht Pete King von der Homeland Security. Er will gegen die Times Ermittlungen einleiten. "Wir befinden uns im Krieg, und dass die Times Informationen über geheime Operationen veröffentlicht, ist Verrat", wird er zitiert. Vermutlich wird die Times-Redaktion nur deshalb nicht vor ein Kriegsgericht gestellt und anschließend erschossen, weil das im Ausland zu Missverständnissen führen könnte. Verwandte News
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