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16. April 2008
Supermarkt-Überwachung NRW CDU widerspricht SchäubleDie Überwachung bei LIDL, Schlecker und Co. hat hohe Wellen geschlagen und der Debatte über Privatsphäre neuen Aufschwung gegeben. Während Schäuble die Überwachung verharmlost, vor allem um seine eigenen Überwachungspläne zu vollenden, versucht sich die CDU in Nordrhein-Westfalen nun als Bürgerrechts- und Datenschutzpartei zu propagieren. In der jüngsten Vergangenheit sind diverse Fälle von Datenschutzverletzungen im Einzelhandel aufgedeckt worden. Diverse Supermarkt-Ketten hatten ihre Mitarbeiter intensiv bespitzeln lassen und private Details bis ins Kleinste protokolliert. Neben der Bespitzelung von Mitarbeitern von LIDL, Schlecker und Edeka hat nun auch der Rewe-Konzern, zu dem auch Pennymarkt gehört, Schnüffelmaßnahmen eingeräumt.
so das Nachrichtenmagazin tagesschau.de. Auf einem sicherheitspolitischen Kongress der CDU in Rendsberg hatte Schäuble die Mitarbeiterspionage in Supermärkten noch verteidigt: "Wenn in den Supermärkten geklaut wird, was das Zeug hält, müssen wir uns nicht wundern, dass Video-Kameras installiert werden", so der Innenminister in seiner Rede vom 12.4.08. Damit propagierte er wieder einmal mehr Überwachung, Kontrolle und die Einschränkung der Privatsphäre. Vor allem wird deutlich, dass es ihm nicht mehr nur um Terrorismusbekämpfung geht, sondern die Überwachung selbst bei Bagatelldelikten befürwortet. Der Nordrhein-Westfälische Landesverband der CDU spielte sich heute jedoch in einer Pressemitteilung als große Verteidiger des Datenschutzes und der Bürgerrechte auf.
so der arbeitsmarktpolitische Sprecher der CDU-Fraktion in NRW. Erklärbar ist diese Schiziphrenie mit simplen Populismus: Die CDU hielt es einfach mal für angebracht auf den Zug der Anti-LIDL-Bürgerrechtsbewegung aufzuspringen. Scheinbar haben sich die Pressesprecher der Christdemokraten jedoch nicht über die Aussagen ihrer Spitzenpolitiker informiert, die sich für Gegenteiliges einsetzen. Denn auch CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel hält Kameraüberwachung für ein völlig selbstverständliches Element des Lebens. "So etwas wie der Warnschussarrest wird irgendwann genauso normal sein, wie die Videoüberwachung", so die Regierungschefin bei der Bundespressekonferenz im Januar. Videoüberwachung sorgt bei Datenschützern jedoch für Gänsehaut. Erst kürzlich hatten österreichische Schulen Videoüberwachung angekündigt. Als Begründung wurde u.A. "Vandalismus" angegeben - eine fadenscheinige Begründung zur Ausspionierung von zahlreichen Schülern. Ebenso fordern die für Überwachung bekannten britischen Schulen haben neue Pläne zur Videoüberwachung. Neuerdings wollen sie Videokameras mit Tonaufzeichnung in britischen Prüfungsräumen installieren, um Schummeln zu unterbinden. Damit stehen Schäuble und Merkel zumindest nicht alleine als Verfechter des Überwachungsstaates da. (Bericht: Malo) Verwandte News
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