gulli: Südkorea und die USA: Freihandelsabkommen soll drakonische Strafen einführen
30. Mai 2007

Südkorea und die USA Freihandelsabkommen soll drakonische Strafen einführen

Das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und der USA soll offensichtlich weniger dem freien Handel sondern vielmehr der Verfolgung von Raubkopierern sachdienlich sein. Nicht nur der Betrieb von Peer-to-Peer Netzwerken soll trockengelegt werden, auch Webseiten, die illegale Inhalte zum Download anbieten, sollen eingestellt und dessen Betreiber vermehrt zur Verantwortung gezogen werden.

Auch die eigene Vervielfältigung von Büchern für Studenten soll härter bestraft werden. Die Verfolger werden den Campus der Universitäten des Landes zukünftig stärker ins Visier nehmen. Nach den Bemühungen gegen Institutionen wie ThePirateBay.org oder AllOfMp3.com in der Vergangenheit erscheint der Vorstoß der Regierung der USA in diese Richtung nicht wirklich überraschend. Die Betreiber von AgainstMonopoly.org sehen die neuen Klauseln des Abkommens als giftig und gefährlich an. Nach der Ratifizierung des Vertrags durch die koreanische Regierung werden die USA so weit wie möglich versuchen, dies als Vorbild für viele andere Abkommen zu nehmen, um ähnlich drakonische Strafen gegen die Verletzung von Urheberrechten in anderen Ländern anzuregen. Fragt sich worum es hier wirklich geht - um echte Bemühungen zum Zweck eines freien Handels - oder soll lediglich der Schutz von amerikanischen Marken und dessen Produkten wie Google, Yahoo, Microsoft und viele andere gewährleistet werden?

Mike Masnick von techdirt.com geht in seinem ironischen Beitrag sogar so weit, dass er die Regierung der USA im Spaß bittet, sie sollen doch in Südkorea anregen, das komplette Internet zu deaktivieren. Weil nur mit Hilfe des Internets ist derzeit die unautorisierte Reproduktion, Verteilung und Übertragung von kopiergeschütztem Material in diesem Umfang und Effizienz möglich. Ziel eines regulären Freihandelsabkommens sollte sein, dass beide Vertragspartner durch den Freihandel Vorteile bei der Güterverteilung und eine Steigerung des Außenhandels erreichen. Auch wenn der Vorschlag von Masnick etwas abstrus und überzogen klingt, in den Genuss von Vorteilen scheint in diesem Fall wohl irgendwie nur eine Partei zu kommen.

externer Link in neuem Fenster folgtRaubkopierer, USA, Südkorea, FTA

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