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24. Februar 2005
Suchmaschinen unterstützen massive Internetzensur in DeutschlandJugendgefährdende Inhalte sollen von deutschen Nutzern nicht mehr gefunden werden Für Aufruhr sorgt die Ankündigung eines Zusammenschlusses von Suchmaschinenbetreibern, für deutsche User jugendgefährdende Inhalte nicht mehr auffindbar zu machen. Google, Lycos Europe, MSN Deutschland, AOL Deutschland, Yahoo, T-Online und t-info haben angekündigt, Seiten, die sich auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften befinden, den deutschen Suchmaschinennutzern nicht mehr anzuzeigen und ihre Verbreitung zu verhindern. Während man von Institutionen wie der BPJS oder der Kommission für Jugendmedienschutz KJM ein gewisses Maß an Ahnungslosigkeit bezüglich dessen gewohnt ist, wie das Internet funktioniert, verblüfft, dass gerade Suchmaschinenbetreiber, die es eigentlich besser wissen müßten, für eine solche Aktion einspannen lassen. Bereits MSN Search machte sich mit ihrer Erotikfreiheit für deutsche User lächerlich - mittels der Nutzung freier Proxies konnte die offenbar genutzte IP-Filterung mittels mod_geoip aufs einfachste ausgeschaltet werden. Das Prinzip des Internet scheint niemand der Beteiligten wirklich verstanden zu haben - die Inhalte sind da, wenn nicht in Deutschland, dann woanders, wenn über deutsche Suchmaschinen nicht auffindbar, dann über andere - und es bedarf einer nahezu totalitären Überwachung, will man für breite Bevölkerungsgruppen Inhalte tatsächlich effektiv filtern. Die nächste Frage ist, inwieweit einer noch weiter ausufernden Zensur Tür und Tor geöffnet wird. Zum einen tut sich die bereits erwähnte KJM momentan mit einem Gesetzesentwurf von sich reden, welcher nicht nur darauf hindeutet, dass der Unterschied zwischen einem Radio- oder Fernsehsender und einer privat betriebenen Webseite noch nicht wirklich erkannt worden ist. Mit der Forderung, für alle deutschen Webseiten einen Jugendschutzbeauftragten benennen zu müssen und an der freiwilligen Selbstkontrolle teilzunehmen, sind weitere Abmahnwellen geradezu vorprogrammiert - wenn nicht derselbe Effekt wie bei der TKÜV greift - deutsche ISPs werden wegen immer weiter ausufernder Überwachungs- und sonstiger Rechtsauflagen unattraktiv, und das Hosting wird ins Ausland verlagert. Während man über MSNs erotikfreien Start allenfalls lachen konnte, wird hier der Anfang einer Entwicklung sichtbar, welche Deutschland zu einem informationsrechtlich völlig kastrierten Land macht. Man mag sich über Vergleiche mit China und Saudi-Arabien streiten: die Maßnahmen, die man ergreifen will, wenn man in Deutschland in Zukunft ungefilterte Informationen will, beginnen sich sehr zügig anzugleichen. Verwandte News
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