Wer sich beim Konsum von Haschisch oder anderen illegalen Drogen ablichten lässt, sollte mit einer Veröffentlichung der Bilder beim Portal StudiVZ vorsichtig sein. Welt Online berichtete gestern, das Online-Netzwerk StudiVZ arbeitet in regelmäßigen Abständen mit der Polizei zusammen. Auf Anfrage leitet die Geschäftsführung bereitwillig die Daten verdächtiger Nutzer an die Ermittler weiter.
In der Woche gehen durchschnittlich zehn Anfragen von unterschiedlichen Stellen beim Studenten-Netzwerk ein. Laut Telemediengesetz ist man zur Weitergabe des Namens und der echten Adresse des betreffenen Users verpflichtet. Dies allerdings nur, sofern es der Strafverfolgung oder dem Schutz des Staats dient. Zu Anfragen sind alle Polizeibehörden, der Verfassungsschutz sowie die Geheimdienste Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischer Abschirmdienst (MAD) berechtigt. So kommen auch Staatsanwälte mit ausgedruckten Fotos aus Profilen in die Zentrale, wo die StudiVZ-User beim Kiffen gezeigt werden. Deren Identität und der aller Personen, die dieses Bild positiv kommentiert haben, werden preisgegeben. StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke dazu: "Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben." Kein Wunder wenn bei einer aktuellen Umfrage der Welt 65% der Leser angeben, dass dort ihre Nutzerdaten nicht sicher aufgehoben sind. Die meisten Anfragen der Beamten gehen wegen Vergehen gegen den Jugendschutz, wegen Beleidigungen, Volksverhetzung und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten ein. Bei Ermittlungen stellte man fest, dass dort rund fünf Prozent aller Profile gefälscht sind, um einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen. Nach eigenen Angaben wird die Plattform von rund 70 Studenten auf illegale Inhalte hin überprüft. Bilder müssen bis dato noch immer manuell kontrolliert werden, eine automatische Kontrolle ist bis jetzt nicht möglich.
Worauf sollten Nutzer achten? Die Organisation vzbv ruft die Verbraucher zur Wachsamkeit und Zurückhaltung bei der Preisgabe persönlicher Daten im Internet auf. Schlimmstenfalls können Daten zweckentfremdet und in einem anderen Kontext eingesetzt werden, ohne dass der "Eigentümer" hierüber informiert wird. Unerbetene Werbeanrufe, schlechte Zinskonditionen oder eine Konfrontation der Daten und Bilder beim nächsten Bewerbungsgespräch können die Folge sein. Dienste, die eine Zustimmung zur Datenweitergabe und -nutzung zur Voraussetzung für eine Teilnahme machen, sollten generell gemieden werden. Dies gilt auch für Anbieter, die in ihren Geschäftsbedingungen die Zustimmung zur Datenweitergabe und -nutzung voreingestellt haben. Um negative Folgen zu verhindern, sollten Nutzer vor jeder Registrierung und jedem Vertragsabschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzbestimmungen aufmerksam durchlesen. Zudem gilt egal ob mit oder ohne Haschisch: Bitte wirklich nur so viele Daten preisgeben, wie zum Geschäftsabschluss erforderlich. Ist der Anbieter zu datenhungrig, lieber die Finger davon lassen!
... … zumindest, wenn es nach Polizei und BILD geht. Ok, BILD-Bashen ist lächerlich und sowieso von denen gewollt, aber hier muß ich kurz eine Ausnahme machen. Ein paar Anzeichen, wie man merkt, ob der Nachbar ein Haschzüchter ist, gibt es in dies ...
... Das StudiVZ hat mit dem Ändern der Datenschutzbestimmung und der Geschäftsbedingungen mal wieder für großes Aufsehen gesorgt. Durch die Änderung darf StudiVZ jetzt Nutzerdaten an Ermittler weitergeben. In einem Interview mit Spiegel-Online antwort ...
... Ein eindrucksvolles Beispiel, warum einem, in den eigenen Augen harmlose, Bilder zum Verhängnis werden können, liefert gerade StudiVZ. Ich gebe offen zu, dass ich StudiVZ, Facebook und Konsorten verachte und eigentlich jedem Nutzer eine Ausgabe von 1 ...
Zitat: Zitat von studiVZ [Update] Unsere Anwälte haben mehreren großen Medienhäusern Abmahnungen zu dieser Falschaussage geschickt. Eine erste unterschriebene Unterlassungserklärung liegt uns inzwischen vor. Dies unterstreicht unsere hier beschriebene Position. Irgendwie war das zu erwarten
Zitat: Irgendwie war das zu erwarten Wie wäre der Verbreitung eines solchen Blödsinns denn sonst beizukommen? Das kann man ja schon als geschäftschädigend bezeichnen.
Hier eine ganz klare und schön geschrieben Stellungnahme von CheckDeMeque: http://checkdemeque.blogspot.com/200...rparadies.html
omarius... Der Artikelschreiber meint, dass das StudiVZ bzw SchülerVZ bzw meinVZ Zeitverschendung wäre. Und? Stattdessen würde man WoW oder CS zocken, TV schaun oder sonst etwas tun was man als "Zeitverschwendung" sehen kann. Ich nenne das "Freizeit". Und damit darf jeder tun und lassen was er will.