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07. Juni 2005
Studie iTunes sei beliebter als LimewireEine kleine Einführung in die Statistik Das Berufsfeld angehender Soziologen ist davon geprägt, dass man in der Regel eher fachfremd unterkommt. In den angestammten Revieren der Sozialforscher bekommt nicht jeder einen Job. Entsprechend hoch sind die Anforderungen, will man bei einem der renommierten Institute wie Allensbach, Destatis oder Infas unterkommen. Jedoch tut sich für Absolventen mit guten Englischkenntnissen und einem komplett verdrängten Grundstudium insbesondere mit Lücken in Statistik 1 und 2 momentan eine neue Chance für einen studienbezogenen Job auf. Die NPD Group bietet offenbar berufliche Chancen auch für Statistiker, die sich die Begriffe "sozial erwünschtes Antwortverhalten", "Stichprobenfehler" und "systematische Verzerrung von Befragungsergebnissen" irgendwann nach der Zwischenprüfung im Alkohol ersäuften. Nun zu Statistik eins. Ein Grundproblem jeglicher statistischen Analyse sind Stichprobenfehler. Neben Erhebungsfehlern, Erfassungsfehlern und systematischer Verzerrung der Auswahl der Stichprobe lernt man in der Statistikeinführung auch das Problem der Verzerrung durch sozial erwünschtes Antwortverhalten kennen. Auf die Frage "Finden Sie es nicht auch widerlich, wenn jugendliche Rowdys älteren Frauen Handtaschen klauen und ihre Gehhilfen mit rassistischer Propaganda besprühen?" wird auch ein Großteil begeisterter Handtaschenklauer mit "Ja" antworten, und wenn man wissen will, ob jemand lieber Wetten Dass oder den RTL2 - Softporno ansieht, werden die Antworten ebenso eindeutig ausfallen, egal, was die Quoten sagen. Und fragt man Leute, welche ihre bevorzugten Online-Musikdienste sind - ein feiner Online-Shop, der DRM-geschützte Musik zum Kauf anbietet oder eine Reihe von Tauschbörsen, die momentan einer gigantischen Kriminalisierungskampagne unterworfen sind und deren Usern ständig vorgelogen wird, sie stünden mit einem Bein im Knast, nun, was wird bevorzugt geantwortet? Und was hat das mit der Wirklichkeit zu tun? Na also.
Ach, und wenn sie die Kommilitonen von der österreichischen IFPI sehen, die haben in den letzten Sitzungen auch regelmäßig gefehlt. Da ist die Scheinvergabe langsam gefährdet, richten Sie das bitte bei Gelegenheit aus. Verwandte News
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