gulli: Stephen King: Killerspiel-Kritik scharf kritisiert
09. April 2008

Stephen King Killerspiel-Kritik scharf kritisiert

Der bekannte US-amerikanische Horror-Autor Stephen King kritisiert die Pläne des US-Staats Massachusetts scharf, Videospiele mit gewalttätigem Inhalt zu verbieten. Derartige Schritte seien undemokratisch, es sei die Pflicht der Erziehungsberechtigten zu beobachten, was die Kinder spielen. Die "Killerspielkritik" selbst verurteilt King ebenfalls.

Der Bestseller-Autor selbst bezeichnet sich nicht als Videospielfan, zeigt sich jedoch empört über die Pläne des US-Staates Massachusettes, welche den Verkauf von Videospielen mit gewaltsamen Inhalt an Personen unter 18 verbieten wollen. In einem Artikel für die "Entertainment Weekly" bezog King Stellung:

"Was mich verärgert ist, wenn Politiker Ersatzeltern spielen, das führt meist zu einem Disaster. Abgesehen davon ist das undemokratisch."

Kings Statement kommt inmitten einer andauernden Debatte in den USA, England und Australien. Vergangenes Jahr wurde das Spiel "Manhunt 2" auf den Index gesetzt. Die Handlung: ein flüchtiger Insasse einer Irrenanstalt unternimmt einen Amoklauf. Die These, ob gewalttätige Spiele gewalttätiges Verhalten fördern, ist hochumstritten. Insbesondere in Großbritannien entwickelte sich die Freigabe von Manhunt 2 zu einer Justizposse, die allenfalls eines leistete: das Spiel bekannter zu machen.

King, dessen Geschichten wie "The Shining" und "Carrie", es auch auf die Leinwände von Hollywood geschafft haben, sagte, dass das Spiel lediglich die Gewalt widerspiegle, die bereits in der Gesellschaft existiert und vorhanden ist. Abgesehen davon gebe es bereits ein Bewertungssystem für Videospiele, anhand dessen die Spiele für bestimmte Altersgruppen eingestuft werden. Was King realistischerweise für eine Alibiveranstaltung hält: wenn Jugendliche ein Spiel haben möchten, dann finden sie auch einen Weg, es zu bekommen - sei es über ältere Freunde, Familie oder sonstige Bekannte.

Mutige Kritik Kings an den US-Verhältnissen: Statt der Diskussion um Gewaltspiele solle das Waffenbesitzgesetz mehr Beachtung finden. Auch die gern verbreiteten Geschichten der killerspiele-spielenden Amokläufer solle man besser unter die Lupe nehmen:

"Hätten diese Killer nur eine Plastik-Spielzeugpistole gehabt, hätten sie sich ja nicht einmal selber verletzen können."

Stattdessen sieht er die Verantwortung bei den Eltern, die sich stärker um ihre Kinder kümmern sollten. Und mit den Medien, die sie konsumieren. Dabei seien nicht nur die Spiele oder die "Gewaltspiele" gemeint, sondern vielmehr die komplette Beschäftigung der Kinder und Jugendlichen mit der heutigen Popkultur.

Erfreulich klare Worte - wenngleich King ausblendete, wie schwierig es für Eltern mit drei Jobs und kaum vorhandenem Einkommen ist, sich ausreichend um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern. Nichtsdestotrotz eine notwendige, besonnene Stimme in einer wie gewohnt überdrehten Debatte. (Bericht: gS-)

  • 19 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von phunkydizco Solche Leute sollten keine Kinder bekommen. Wenn man nicht ausreichend für seine Kinder sorgen kann, und dazu zählt auch Erziehung, sollte man es lieber lassen. Es gibt auch den Fall, dass die Kinder schon da sind, und anschließend die Arbeitslosigkeit eintritt. Was dann? Kinder abschaffen?

    wolfdieter1954 am 09.04.2008 23:26
  • Zitat: Zitat von Steph-Christopf Das einzige was alle Amokläufer bisher gemein hatten war ihr Aussenseiterstatus. Ausgezeichnete Zusammenfassung. Kompliment.

    wolfdieter1954 am 09.04.2008 23:32

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