Steal This Film 2 Über 150.000 Downloads und 5000 Dollar Spenden in 4 Tagen
Zählt man die Downloader via BitTorrent und alle Zuschauer von diversen Video-Portalen zusammen, so wurde der zweite Teil der Dokumentation in den ersten vier Tagen bereits über 150.000 Mal angesehen. 5.000 Personen wurden gleichzeitig gezählt, die die BitTorrent-Community simultan durch ihren Upload des Videos unterstützt haben. Doch damit nicht genug: Die Piraten gaben sich entgegen aller Vorurteile überaus spendabel. Über 5.000 US-Dollar wurden bislang überwiesen, die meisten Personen haben dem Projekt 15 Dollar und mehr gestiftet.
Wegen der anfallenden Gebühren einer Spende per PayPal wurde zu einem Beitrag von mindestens fünf Dollar pro Person aufgerufen. Viele sind diesem Aufruf gefolgt und waren sogar bereit, 15 Dollar und mehr zu geben. Solchen Spendern wurde ein Überraschungs- geschenk versprochen, was offensichtlich viele dazu bewogen hat, etwas tiefer in ihre Tasche zu greifen. Die Filmemacher von "The League of Noble Peers" fragen sich jetzt, womit diese Freizügigkeit zu erklären ist. Liegt der vergleichsweise hohe Umsatz tatsächlich am Geschenk oder nutzen manche Geldgeber dieses eher als Vorwand, um die Ausgabe vor sich selbst zu rechtfertigen? Beim ersten Teil von "Steal This Film" hatte man für kleine Beiträge in Höhe eines Dollars geworben, auch hier war das Gros der Geldgeber der Aufforderung exakt gefolgt. Um ein solches Unterfangen zu finanzieren, scheint dieses Modell recht passend zu sein, wären da nicht die hohen Kosten für den mehr oder weniger anonymen Geldtransfer. Bis dato kommt ein hoher Anteil der Gelder wegen der hohen Gebühren von PayPal beziehungsweise den Kreditkartenorganisationen nicht bei den eigentlichen Empfängern an. Die schwedischen Akteure von The Pirate Bay haben diesen Missstand als Lücke für sich erkannt und arbeiten derzeit an der Ausarbeitung eines alternativen Zahlungsmodells auf Peer-To-Peer-Basis. Wie dieses im Detail funktionieren bzw. aussehen soll ist bis dato unbekannt. Fest steht: Bis Ende Januar soll der Dienst aller Voraussicht nach in den Startlöchern stehen.
Vielleicht befinden wir uns tatsächlich an einem historischen Wendepunkt, an dem sich eine neue Form der Distribution und Vermarktung von Musik, Filmen und E-Books herauskristallisiert. Die Blogger von TF glauben zumindest daran, dass sich auch das aktuelle Album von Radiohead besser verkauft hätte, wären die Downloader nicht automatisch dazu gezwungen worden, zumindest die Gebühren für den Transfer per Kreditkarte zu entrichten. Fest steht: Umso einfacher eine solche Überweisung vonstattengeht, umso mehr Leute werden sich dazu durchringen können. Wie auch immer das Geld zu den Autoren kommt, Hauptsache der Transfer ist leichter zu handhaben, als alternativ den BitTorrent-Client seiner Wahl anzuwerfen.
Ich hätte sicher keine 15 Dollar ausgegeben, aber wenn es einfach und vor allem ohne Paypal ginge, hätte ich ein paar Dollar bezahlt. Hab auch ohne Zahlen kein schlechtes Gewissen, aber man möchte doch bei guten (und auch nur da!) Werken etwas geben, was dort ankommt wo es hingehört.
Paypal lehne ich aus verschiedenen Gründen ab, deshalb habe ich dort kein Konto. Es scheint aber, trotz einiger Kritikpunkte und Argumente dagegen, zur Zeit am ...