gullinews am Montag, 10.12.2007 16:45 Uhr
Denn das "Verschönern" öffentlichen Raumes mit einschlägigen Kunstwerken kann gegebenenfalls verboten sein, darüber hinaus liegt die Schönheit wie meist im Auge des Betrachters. Zu guter Letzt will ja nicht alle Welt mit der Nase darauf gestoßen werden, wie sie inzwischen von staatlichen und privaten Organisation bespitzelt, beschnüffelt und ausgehorcht wird. Insofern: erst denken, dann sprühen.
Abgebildet auf der Sprühschablone ist natürlich Schäubles Kollege Platter, seines Zeichens Publikumspreisträger der österreichischen Big Brother Awards 2007. Platter war Drahtzieher der Einführung der Online-Durchsuchung in Österreich und setzt sich seit Amtseintritt vehement für alles ein, was nach Datensammlung und Überwachung riecht. Letzter Coup: die österreichischen Ermittler können auch ohne richterliche Kontrolle bei "Gefahr im Verzug" auf IP-Adressen und Kundendaten von ISPs zugreifen.
(Metternich 2.0: Bild von Helge, CC-BY-NC)
Da die Österreicher im Gegensatz zu Deutschland keine Stasi in der jüngeren Geschichte hatten, musste sich die Alpenrepublik auf eine etwas länger zurückliegende Zeit rückbesinnen, um eine Version 2.0 reaktionärer, gegen das eigene Volk gewendete Politik zu diagnostizieren. Version 1.0 war in Österreich die Restauration, insbesondere vorangetrieben von Fürst Metternich, zu dem die Wikipedia schreibt:
"Als Gegner von Demokratie und Liberalismus errichtete er einen Polizeistaat, zu dem Zensur und Spitzelwesen gehörten, und versuchte seine Ideen auch im Bund durchzusetzen. Dieses Gefüge politischer Leitlinien wurde als Metternichsches System bekannt."
Platter ist somit ein würdiger Nachfolger. So richtig groß und sprühschablonentauglich gibts das Bild noch nicht, aber das kommt sicher noch.
(via)
| 11 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Korrupt am 10.12.2007 22:56:55: |
Habek am 10.12.2007 23:04:36: |
david89 am 18.12.2007 23:05:30: |
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