Mailbenachrichtigung bei Freischaltung bislang folgenlos
Schon Anfang vergangenen Jahrs fiel die Software PDFGrabber damit auf, dass bei Eingabe eines beliebigen, nicht gekauften Lizenzkeys der Hersteller per Mail benachrichtigt wurde und unter Berufung auf die AGBs die Forderung beim User eintraf, das Programm zum dreifachen Preis nachzulizenzieren, wenn man rechtliche Schritte vermeiden wolle.
Weder im Forum von 123recht.de noch auf dem gulli:board wurde von der Einleitung eines Verfahrens berichtet - bei Vorfällen, die immerhin schon im letzten April stattfanden.
Angesichts der rechtlich durchaus fragwürdigen Praxis, Benutzerdaten auszuspähen und sich damit datenschutzrechtlich durchaus in eine Grauzone zu begeben, ist unwahrscheinlich, dass es tatsächlich zu Verfahren kommt. Zwar behält sich der Hersteller im Lizenzvertrag dieses Recht vor:
"Vor Freischaltung des Computerprogramms behalten wir uns das Recht vor, die Richtigkeit des eingegebenen Freischaltschlüssels online zu überprüfen. Sie erklären sich mit dieser Überprüfung und mit der dadurch notwendigen Speicherung Ihrer Daten einverstanden. Hierzu gehören auch persönliche Daten wie z.B. eMail-Adresse, Rechnername, Firma und IP-Adresse. Daten werden nur gespeichert, sofern der eingegebene Freischaltschlüssel falsch ist.
[...] Jede Freischaltung mit einem illegalen Freischaltschlüssel, auch der Versuch der Freischaltung mit einem ungültigen Freischaltschlüssel oder jede über diesen Vertrag hinausgehende nicht vereinbarte Nutzung, die nicht nur einen geringfügigen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen darstellt, berechtigt uns, eine Vertragsstrafe in Höhe der dreifachen Lizenzgebühr zu verlangen."
Mutige Geschäftsbedingungen: selbst ein Vertipper bei der Schlüsseleingabe soll die Firma zur dreifachen Preisberechnung berechtigen, dies dazu belegt durch datenschutzrechtlich bedenkliche Datenausspähung.
Weder Verfahren gegen die User noch solche gegen die Firma sind bislang bekannt. Man darf gespannt sein, ob das aggressive Geschäftsgebaren von den Konkurrenten der Firma oder einem betroffenen Kunden nicht irgendwann als wettbewerbs- oder sittenwidrig angezeigt wird. Der Rat an die betroffenen User, einfach eingehende Mails zu ignorieren und die Fristen verstreichen zu lassen, blieb seit Beginn der Vorfälle ohne Folgen - abgesehen vom positiven Effekt auf den Kontostand.
Weitere Folgen scheinen unwahrscheinlich. Der aktuelle Orion-Crack verfügt jedenfalls über die Option, die Callhome-Funktion von PDFGrabber zu deaktivieren.