Spanischer Hacker: Verteilt Sex-Mails eines Ex-Managers

Spanischer Hacker: Verteilt Sex-Mails eines Ex-Managers

gullinews am Mittwoch, 06.08.2008 09:16 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Ein spanischer Hacker hat sich Zugang zum E-Mail-Postfach eines ehemaligen Managers verschafft. Der Hacker entdeckte neben der beruflichen Korrespondenz auch eine Vielzahl von E-Mails, die ihn über das Liebesleben des Vorgesetzten informiert haben. Dieser hatte die Daten auf seinem Arbeitsrechner gespeichert. Nun wurde dem spanischen Black Hat der Prozess gemacht, nachdem er die Mails weitergeleitet hatte. Das Urteil lautet: zwei Jahre Gefängnis und eine Schadensersatzzahlung an die Geschädigten.

Offensichtlich wollte der Datendieb mehrere Personen an seinem Fund teilhaben lassen. Auszüge der höchst privaten E-Mails landeten im Postfach der Exfrau des Managers, einer Geliebten und seines Vorgesetzten. Weitere Kopien der elektronischen Post erhielten Bekannte des "Opfers". Nachdem diese Angelegenheit bekannt wurde, war für den Manager schnell klar, dass dem "Hacker" der Prozess gemacht werden muss. Am gestrigen Dienstag ist ein Richter in Barcelona zu einer Entscheidung gekommen. Der namentlich nicht genannte Datendieb muss für zwei Jahre ins Gefängnis. Hinzu kommt eine Geldstrafe in Höhe von Rund 3000 Euro. Der Geschädigte soll im vorliegenden Fall zudem 4000 Euro Schadensersatz erhalten.

Der Richter will vergleichbaren Fällen bis ins Detail nachgehen. Auch die aktuelle spanische Gesetzeslage unterstreicht dies. Die oberste Gerichtsinstanz hat in diesem Zusammenhang entschlossen, jedem Menschen ausreichend Raum für seine Privatsphäre auch in der virtuellen Welt einzuräumen. Dies sei nötig, um die Lebensqualität der betroffenen Personen garantieren zu können, was den Richter maßgeblich bei seiner Urteilsfindung beeinflusste.

Im vorliegenden Fall waren "lediglich" zwei Prozent der versendeten Mails privater Natur. Der Richter gab bekannt, dass es eine bedeutende Rolle spiele, wie stark die Privatsphäre der Opfer missachtet wird. Der Inhalt der Mails wäre dabei sekundär.

Der Manager hat das in Barcelona ansässige Unternehmen im Jahr 2006 verlassen. Er selbst war der Meinung, sämtliche E-Mails von seinem System entfernt zu haben. Die Gründe für den Datendiebstahl wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Wie der Black Hat an die elektronische Post des Opfers gelangen konnte, bleibt ebenfalls unklar. (gS-)

(via guardian.co.uk, thx!)

Bookmark and Share

21 Reaktionen aus dem gulli:Board

testuser2 am 08.08.2008 00:43:50:
Gebt es auf Leute, vor Schäuble schützen muss man doch nur die ausgebeutete Arbeiterklasse. Im Artikel steht doch, es war ein Manager der Antichrist. Der hat es doch verdient. Wir sollten ihn steinigen, und danach demonstrieren wir für den Datenschutz und die Freilassung dieses S...

moerderhonk am 08.08.2008 15:10:11:
@testuser2 Sry hatte die News nicht aufmerksam genug gelesen. Als ich meinen Text verfasst hatte, hatte ich irgendwie gedacht, dass aus den News hervorgeht, dass der Manger die Emails auf der Arbeit geschrieben hat. (Von daher auch der unpassende Vergleich mit meiner Chefin. Statt die Telefon Numm...

testuser2 am 08.08.2008 17:15:16:
Nicht für Jahre hinter Gittern - soo ein schlimmer Eingriff ist es nun auch nicht, bei uns hat es niemanden fürs Leben verletzt - aber er sollte das in der Tat nicht tun bzw. darf es glaube ich auch nicht (bin da kein Experte). Schließlich ist es in keiner Form notwendig. Bestrafen für den Zette...

 

© 1998-2010 gulli.com | Suche

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

Hacking: Computer von Obama und McCain gehackt
Irak: Zunehmend Probleme mit Hackern
Gary McKinnon: Größter Militärhacker aller Zeiten auf der Suche nach außerirdischem Leben
Duxbury Bibliothek: Hacker vertelefonieren 15.000 US-Dollar
Hackerziele: Vermehrt im Gesundheitswesen und Regierungssektor