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26. Oktober 2008

Spanien 26 Enigmas gefunden

Ein geschichtliches Thema, das noch heute viele Menschen fasziniert, ist die im Zweiten Weltkrieg eingesetzte mechanische Chiffriermaschine Enigma. Über die von den Nazis und ihren Verbündeten eingesetzte Enigma gibt es zahlreiche Bücher, Filme, aber auch wissenschaftliche Arbeiten. Nun gelang in Spanien eine besonders faszinierende Entdeckung: Offenbar wurde die Enigma, was bisher nicht bekannt war, auch von den Faschisten unter Franco im dortigen Bürgerkrieg eingesetzt.

Zu diesem Schluss kam man, weil auf einem Dachboden im Madrider Buenavista-Palast, dem Hauptquartier der spanischen Armee, bei einer Inventur kürzlich ein Karton mit sage und schreibe 26 Enigmas auftauchte. "Die Geräte, die offenbar Ende der dreißiger Jahre eingelagert wurden und seither als verschollen galten, seien fein säuberlich in 16 mit Schlössern versehenen Holzkisten verstaut gewesen. Sie seien in ausgezeichnetem Zustand," berichtet die spanische Zeitung El Pais.

EnigmaIn der Verwendung der damals sehr fortschrittlichen und erfolgreichen Verschlüsselungstechnik sieht man nun eine Erklärung für die militärischen Erfolge der spanischen Faschisten zwischen 1936 und 1939. Auch Deutschland profitierte im Zweiten Weltkrieg sehr stark von seiner kryptografischen Überlegenheit, bis es einem Team von Forschern, Linguisten und Kryptoanalysten im englischen Bletchley Park gelang, unter anderem mit Hilfe des ersten Computers der Welt die Enigma-Verschlüsselung zu knacken.

Vom Vorteil, den die Enigma gegenüber herkömmlichen Methoden bot, war man offenbar auch in Spanien begeistert. "Anstelle von Chiffriertabellen und noch kruderen Codes, die vom Gegner mit etwa Glück leicht zu knacken waren, bot die Enigma "erstaunliche 1.252.962.387.456" mögliche Kombinationen, wie der zuständige Offizier in Francos Hauptquartier 1936 in einem Bericht hervorhob." Dabei erhielten die Spanier von den vorsichtigen, längst den militärischen Einsatz der Enigma planenden Deutschen, die Angst hatten, dass ihre Wunderwaffe dem Feind in die Hände fiel, nur die zivile Version der Chiffriermaschine. Die wirkliche Top-Technologie behielt Hitler-Deutschland für sich. Um sich im spanischen Bürgerkrieg einen Vorteil zu verschaffen, reichte die zivile, weniger sichere Version aber offenbar.

Abgesehen von neuen geschichtlichen Informationen ist dieser Fund auch ein faszinierendes Ereignis für Kryptographieinteressierte. Diese werden nun teilweise die Chance haben, die Enigma auch live zu bewundern: Die in Spanien aufgetauchten Geräte sollen teilweise an Museen gehen und dort ausgestellt werden. (Annika Kremer)

(via einestages.spiegel.de, thx)

  • Zitat: Zitat von 6b616e  Die Enigma als Wunderwaffe zu bezeichnen war wohl etwas leichtfertig... Sie hatte klare Designfehler, der Code wurde damals jeden Tag aufs neue gebrochen. Einen Großteil dazu trug aber wohl der "menschliche Faktor" bei, beispielsweise Teile von Einstellungen wiederzuverwenden und tonnenweise bekannten Klartext zu erzeugen... @MagerQuark: auch immer fleißig Fackeln ...

    Annika_Kremer am 27.10.2008 22:12
  • Juhu die Polen haben entdeckt Danke für denn Text Gruß Niko

  • Zitat: Bletchley Park gelang, unter anderem mit Hilfe des ersten Computers der Welt die Enigma-Verschlüsselung zu knacken. Meines Wissens nach war der erste Computer der Zuse Z1, wurde 1937 gebaut und kam aus Deutschland. Unwahrscheinlich das gerade dieser Computer, zumal er kurz vor WW II gebaut, und in ebenjenem Krieg auch zerstört wurde, an die Briten zur Entschlüsselung der Enigma benutzt wurde.

  • Zitat: Zitat von zresu  Meines Wissens nach war der erste Computer der Zuse Z1, wurde 1937 gebaut und kam aus Deutschland. Unwahrscheinlich das gerade dieser Computer, zumal er kurz vor WW II gebaut, und in ebenjenem Krieg auch zerstört wurde, an die Briten zur Entschlüsselung der Enigma benutzt wurde. Nö, der erste Computer war der Mechanismus von Antikythera und wurde in etwa im Jahr 100 vor ...

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