gulli: Sony verklagt: Zu wenig iTunes-Erlöse gehen an die Künstler
28. April 2006

Sony verklagt Zu wenig iTunes-Erlöse gehen an die Künstler

Welche Vergütungsquote für iTunes-Verkäufe gelten, das ist der Streitpunkt in der Klage der Allmann Brothers und Cheap Trick gegen ihr Label Sony. In Verträgen mit Newcomern sind Ausschüttungen genau festgelegt, eine generelle Änderung der Quote wird die jetzige Klage daher nicht zur Folge haben. Doch sie zeigt anschaulich, wo die Erlöse digitaler Verkäufe landen.

Sony wurde heute von den beiden Bands verklagt, da nicht die vereinbarte Quote der Erlöse aus iTunes-Verkäufen an sie ausgeschüttet wurden. Der Streitpunkt: zählt ein iTunes-Verkauf wie der eines Songs auf CD, oder wie beispielsweise jener auf einem Soundtrack.

Dafür sind nämlich verschiedene Vergütungen angesetzt. 99 Cent kostet der Track bei iTunes, davon gehen 70 Cents an die Label. Die beiden klagenden Bands fordern den Satz für Soundtracks - 30 Cent pro verkauftem Song. Sony will nur den Regelsatz analog zum CD-Verkauf bezahlen, wie es auch bei allen neu unter Vertrag genommenen Bands der Fall ist: bei denen kommen vom knappen Euro, den der Käufer im Apple-Shop zahlt, immerhin noch 4,5 Cent an.

Und ob dies nun vertraglich festgelegt ist oder nicht: Anwalt Brian Caplan wird so falsch nicht liegen, wenn er behauptet, dass Sony momentan "verwickelt ist in einen breit angelegten Versuch, seine Künstler zu gering zu entlohnen."

Immerhin - mehr und mehr Musiker gehen dazu über, Tracks oder Alben beispielsweise über ihre Homepages direkt und kostenlos zum Download anzubieten. Wer sich so zehn Tracks lädt und per Paypal einen Euro springen läßt, hat dem Künstler eine mehr als doppelt so hohe Vergütung zukommen lassen, als sie Sony offenbar in den letzten fünf Jahren ausbezahlt.

  • 14 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von BigWilly Hast du den Bericht überhaupt gelesen? Sicher hab ich das - und 70 Cent Künstleranteil von 99 Cent sind ca. 70%. Aber ich lass mich gern belehren. Das dann das Label einen eigenen Vertrag und eine gewisse Quote von diesen 70% an den Künstler auszahlt ist ein ganz anderes Thema, welche halt in dem Beitrag kritisiert wurde. Ich entschuldige mich...

    [[mörsifull]] am 30.04.2006 15:05
  • ...ob iTune oder Sony ist doch eh egal. Sicher ist für mich doch wieder mal eins. Die wahren "Verbrecher" vor denen die Künstler geschützt werden müssen, sitzen nicht zu Hause vor dem PC sondern in irgendwelchen Vorstandsetagen oder Anwaltkanzleien und schreien lauthals nach dem Gesetz, um dann mal eben nebenbei mit ein paar Knebelverträgen vom Gehirnschmalz anderer zu profitieren, die sie dann natürlich schützen müssen... Wat ´ne ...

  • @[[mörsifull]], ein Kollege von mir ist Blues Sänger und das schon seit Jahren. Und er lebt ohne diese Halsabschneiderischen Labels. Gibt Regellmässig Konzerte in Spanien, Frankreich und in der Schweiz. Es geht auch ohne solche Labels. Die schreiben dann noch vor wie sich der Star zu kleiden, benehmen hat, was für Musik er zu machen hat usw. Daß er sich als bisexuell outen soll und niemanden von seiner Freundin, mit der er seit Jahren ...

  • @GFXman: Ich bestreite nicht, dass dies möglich ist. Allerdings kenne ich halt auch genügend Bands und Musiker, die (um auf das Thema Downloads zurückzukommen) nicht so technikaffin sind und einfach gar nicht wissen, wie sowas überhaupt funktioniert. Ausnahmen bestätigen dort eher die Regel. Wenn eine Band oder ein Künstler alles, was um die Band herum selbst oder mit Freunden realisieren kann, dann ist das doch okay. Aber eben eher selten. Und ...

    [[mörsifull]] am 01.05.2006 15:13

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