|
30. November 2005
Sony BMG wußte seit Anfang Oktober vom Rootkit-ProblemReaktion: langsam und unzureichend Fast einen Monat, bevor Mark Russinovich von sysinternals.com mit seiner Analyse der Rootkit - Technik in Sonys XCP - Seitens First4Internet will man sich zu dieser Konferenz im Nachhinein nicht äußern, F-Secure probierte es anschließend bei Sony, um auf ähnlich taube Ohren zu stoßen. Es sei versucht worden, das Problem kleinzureden, "die hielten uns für dumm", kommentiert Forschungsleiter Santeri Kangas von F-Secure das Gespräch. Sony BMG bestreitet, dass das Gespräch in dieser Form stattgefunden habe. Im Gegenteil habe man so so schnell wie möglich reagiert und zügig einen Softwarepatch anbieten wollen. Dann kam Russinovitch mit seiner Analyse, welche Sony zum verschärften Krisenmanagement zwang: Millionen von CDs seien daraufhin zurückgerufen worden. Dies scheint nach der ganzen Verzögerung wenig glaubwürdig: dafür, dass man bereits an einem Patch gearbeitet habe, überrascht, dass der erste von Sony veröffentlichte Uninstaller nicht nur daran scheiterte, die DRM-Soft komplett zu entfernen, sondern nebenher noch weitere Sicherheitslücken auf dem System aufriss. Ebenso verwundert, dass trotz der "schnellstmöglichen" Aufklärung keinerlei Notiz von den rechtlichen und sicherheitstechnischen Problemen genommen wurde, die eine weitere Kopierschutztechnik Sonys verursacht: MediaMax, welches sich trotz Ablehnung der Installation im Rechner einnisten kann. Und auch das Versprechen, die CDs zügig wieder vom Markt zu nehmen, erfüllte Sony nicht. Nun drohen Konsequenzen. Bereits die Staatsanwaltschaft Texas hatte Klagen angedroht, in denen bis zu 100.000 Dollar Schadensersatz pro Gesetzesverstoß fällig werden könnten. New York zieht nun nach: Immer noch seien die Malware-CDs im Handel erhältlich, so Generalstaatsanwalt Spitzer, dies sei nach drei Wochen inakzeptabel, vor allem angesichts der nun anstehenden Weihnachtskäufe. Die Kunden beginnen jedoch nach anfänglich befürchteter Gleichgültigkeit, einfach mit der Brieftasche zu entscheiden. Die betroffenen Titel leiden inzwischen unter drastischen Verkaufseinbrüchen. Sony tat mit seiner Verzögerungstaktik weder sich noch den gerne vorgeschobenen Künstlern einen Gefallen. Verwandte News
Trackbacks
|