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21. November 2005
Sony BMG Eine aufrichtige DanksagungIn Wochen mehr erreicht als Copyright - Aktivisten in Jahren Im Fall von Sonys Rootkit - Technik auf diversen CDs werden momentan die letzten Scherben zusammengekehrt. Dass auch die Sunncomm - Uninstaller analog zu denen der XCP - Uninstaller Sicherheitslücken ins System reissen, dass sich die Hersteller nun vor der Bereitstellung eines neuen, ungefährlichen Uninstallers von Ed Felten beraten lassen müssen, dass Sony die Tracks XPC - geschützter CDs den Käufern nun auch als MP3 online anbietet, sind Details, die nach den Ereignissen der letzten Wochen allenfalls das Bild komplettieren. Und während anderweitig noch moniert wird, richtig ernst sei es Sony nicht mit dem Entschuldigen, sollte es inzwischen an der Zeit sein, sich zu bedanken: Sony hat ein kleines Wunder vollbracht. Innerhalb weniger Wochen haben sie mehr für die DRM-Gegner, die Filesharer und die Copyrightaktivisten getan, als jene in den ganzen Jahren davor erreichen konnten. Dafür nun eine aufrichtige Danksagung und Würdigung der ganzen Erfolge, zu denen Sony den Aktivisten verholfen hat. Anti-Filesharing - Kampagnen ad absurdum geführt
Medien- und Softwareindustrie gängeln die User Nach den ersten Ankündigungen der Antivirenhersteller, Tools gegen das Rootkit bereitzustellen, war die Freude zunächst groß. Warum es indessen so lange dauerte, bis wirksame Technik bereitstand, warum die AV-Firmen erst nach Mark Russinovichs Enthüllungen (zögerlich) aktiv wurden, warum Microsoft so lange brauchte, bis sie sich durchrangen, eine Software zu bekämpfen, die ihre Systeme instabil macht? Nicht nur Bruce Schneier dürfte auf den Gedanken gekommen sein, dass hier die Software- und Antivirenhersteller dazu neigen, mit zweierlei Maß zu messen. Malware, die von den bösen Virenschreibern in Umlauf gebracht wird, wird bekämpft, die schnellen eigenen Reaktionszeiten angepriesen.
Lizenzbestimmungen ignorieren ist OK Sony verwendete GPL- und LGPL - Code in seiner Technik - und scherte sich keinen Deut um die Lizenzbestimmungen der Freien Software, die mit der DRM-Soft auf Millionen von CDs verkauft wurde. Richtig: verkauft. Geld wurde damit verdient. Wenn man die üblichen 100 Euro pro Track zugrundelegt, die die Medienindustrie als Pauschalschaden für ein (unentgeltlich) per Tauschbörse zur Verfügung gestelltes File veranschlagt, dann könnten sich die LAME - Programmierer wie auch DVD-Jon, von dem Sony Code kommerziell verwendete, ohne sich um die Lizenzen zu scheren, eine feine Alterssicherung erklagen. Im Unterschied zu Sony, die tatsächlich über zwei Millionen der CDs mit dem geklauten Code verkauften, kann den Opfern der Filesharingklagen regelmäßig nicht bewiesen werden, wie oft tatsächlich Files von ihrem Rechner gezogen wurden, und schon gar nicht, dass sie kommerziellen Vorteil aus ihrer Aktivität zogen. Wenn Filesharer der Musikindustrie Doppelmoral vorwerfen, wird das regelmäßig als ein etwas zweischneidiges Schwert wahrgenommen. Wenn ein großer Medienkonzern diese Doppelmoral öffentlich vorführt, ist dies in der Tat anschaulicher und überzeugender. Auch hierfür gebührt Sony Dank. DRM ist böse Die MI sieht ihre Kunden generell als Gegner Wer eine CD kauft, ist kein Kunde, sondern ein Feind. Feinde muss man bekämpfen. Feinden muss man die Handlungsmöglichkeiten beschneiden, ohne Rücksicht auf Verluste. Dass man in der Industrie längst keine Vorstellung mehr davon hat, was Fans ausmacht, die die Musik ihrer Lieblingskünstler lieben, sondern sie nur noch als potentielle Kopierer sieht, die man auch mit Schadcode auf ihren Rechnern traktieren kann, wurde einmal mehr deutlich. Dass man dabei gerade die zahlenden Kunden trifft, die CDs kaufen, ist gleichgültig. Anschaulicher diese Sichtweise auf eben die Menschen zu demonstrieren, die Künstler und Labels bezahlen, ist nun fast nicht mehr möglich. Sony hat binnen weniger Wochen geschafft, was die Netzcommunity seit Jahren versucht. Zugegeben: sie sind ein großes, kommerzielles Label, das entsprechend ganz andere Möglichkeiten zur wirksamen Öffentlichkeitsarbeit besitzt. Diese haben sie nun mit bemerkenswerter Konsequenz und großem Erfolg betrieben. Danke, Sony. Verwandte News
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Zitat: Lessig versäumt in seinem mit Fakten gespickten Buch keineswegs darauf hinzuweisen, dass zum Beispiel die gesamte Filmindustrie in Kalifornien de facto von IP-Piraten aufgebaut wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts lagen die Patente der Filmmacherei praktisch in den Händen von Thomas Edison, der seine Rechte durch die Motion Pictures Patents Company (MPPC) wahrnehmen ließ: Ab 1909 mussten die 'Napster' der damaligen ... yggr am 21.11.2005 22:01
Zitat: Zitat von Executor Kann mich jemand über die Grundlage dieser Aussage aufklären? Vielleicht rechne ich ja falsch... Zitat von Heise: "49 verschiedene Titel auf 5 Millionen CDs [...] Zwei Millionen davon sollen verkauft worden sein" ...das ganze durch die Weltweit zum Verkauf stehenden Musik CDs. Kommt da nicht ein viel niedriger Wert heraus, als wenn man die virenverseuchten Dateien in allen ... Korrupt am 21.11.2005 22:16
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