Indiemusik vs. Heavy Rotation: 1:0
Sony BMG ließ in der Vergangenheit größere Geldbeträge an Radiosender und DJs fließen, um entsprechend häufiges Abspielen ihrer Titel sicherzustellen. Dem machte ein New Yorker Gericht nun ein Ende: die Bestechung wird eingestellt, darüberhinaus verpflichtet sich Sony, 10 Millionen Dollar zu entrichten.
Staatsanwalt Spitzer hierzu: "Unsere Untersuchungen ergeben, dass anders als von den Hörern angenommen Songs nicht entsprechend ihres künstlerischen Werts und ihrer Beliebtheit gespielt werden, sondern die Ausstrahlung oft nur von unveröffentlichen Geldzahungen an Radiosender und ihre Beschäftigten abhängt. Das jetzige Abkommen ist ein Modell zum Durchbrechen der Einflüsse von Bestechungsgeldern der Musikindustrie". Finanzielle Zuwendungen an Radiosender zur Erhöhung der Quoten sind seit den 60er Jahren in den USA verboten: es drohen pro Verstoß 10.000 Dollar Geldstrafe und bis zu einem Jahr Gefängnis. So gesehen, kam Sony noch ganz gut davon. Die 10 Millionen, die der Musikkonzern nun zahlen muss, werden an gemeinnützige Organisationen verteilt, die sich mit musikalischer Erziehung beschäftigen.
Ein 60-seitiges PDF-Dokument dokumentiert zum Teil sehr detailiert über Email- und Postverkehr, wie sich DJs an den Musikbiz verkauften - und wie die Labels klar formulieren, ab welchen Rotationszahlen wieviel Geld an die DJs geht. Immerhin - ein beruhigender Gedanke, dass auch die Labels inzwischen der Ansicht sind, man müsse Leute dafür bestechen, damit ihre Plastikmusik überhaupt gespielt wird, man müsse die Kundschaft zwangsbeschallen, damit sie ihre Produkte kauft.
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