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19. Februar 2007

Software zur Online-Durchsuchung Ziercke sieht das BKA auf der sicheren Seite

Politisch ist der Einsatz von Online-Durchsuchungen als mittelfristigen Ersatz für spezielle Hausdurchsuchungen stark umstritten. Neben die ethische und rechtliche Diskussion mischt immer die Frage, wie überhaupt solche Durchsuchungen technisch umgesetzt werden können, in der globalen Unsicherheit mit. In einem TV-Interview dementierte BKA-Chef Ziercke mögliche technische Probleme mit wenig stichhaltigen Argumenten.

Im Rahmen eines Interviews im Nachtmagazin mit Journalistin Gabi Bauer plauderte BKA-Präsident frei über die Umsetzung der Online-Durchsuchung. „Der Frage nach einem Trojaner muss ich gleich entgegnen. Jeder Mensch weiß, dass das Telefon auf richterliche Verfügung abgehört werden darf. Und wir werden auf der gleichen Ebene bei Online-Durchsuchungen agieren.“, argumentierte Ziercke. Auf das Argument von Gabi Bauer, im Gegensatz zur Telefonüberwachung sei ein aktiver Eingriff des Nutzers am Computer nötig, entgegnete Ziercke mit „hochprofessioneller Software, die solche Probleme nicht habe“ und suspekten „Umfeldanalysen“ .Auch werde das BKA keine öffentlichkeitsgefährdenten Sicherheitslücken für den Eingriff in den Computer nutzen. Ebenfalls die ominöse „hochprofessionelle Software“ werde die technische Seite ohne Probleme abdecken. ´

„Um ein generelles Missverständnis in der aktuellen Diskussion“ auszuschließen, beschwichtigte Ziercke weiterhin mit nur gezielt geplanten einzelnen Online-Durchsuchungen mit dem Ziel terroristische Vereinigen zu entdecken und zu zerstören, eine „Schleppnetzfahndung im Internet“ sei nicht geplant und überhaupt sei eine Durchsuchung des Internets überhaupt nicht möglich. „Vielleicht sollte jemandem Ziercke Google oder Yahoo zeigen“, spotten viele Blogger über das Interview.

Ziercke hat sich mit diesem Gespräch mit Gabi Bauer ins eigene Bein geschossenen. Viele Journalisten vermuten, dass Ziercke in Hinsicht auf die eher als weich eingestufte Journalistin Bauer nur das Standard-Programm auf Lager hatte. Mit dem ungewöhnlich detaillierten und gut platzierten Nachfragen wurde Ziercke aus den gut einstudierten Antworten gelockt und die offensichtliche Ahnungslosigkeit wurde deutlich. Trotz präziser Fragen kamen nur groß aufgeblähte Antworten, die ohne den Rückhalt der „hochprofessionellen Software“ nur Schall und Rauch gewesen wären.

  • Zitat: Zitat von ludwighagen  Falls es wirklich dazu kommt, kann man mittels VPN gegensteuern. Ich glaube nicht, dass Webhoster für jede Anfrage/Verbindung einen VPN-Tunnel aufbauen werden, schon gar keinen RSA-verschlüsselten mit Zufallsschlüsseln oder so etwas in der Art, schon wegen dem Rechenaufwand gar nicht machbar. Am geschicktesten ist es, man nutzt fürs www und eigentlich für alles ...

    Moralgefälle am 01.03.2007 21:12
  • Ich meine ja auch nicht die Webhoster [obwohl es natürlich ein wünschenswerter Service wäre], sondern sehe hier den einzelnen Nutzer in der Pflicht, von seinem PC aus ein VPN für den gesamten Netzverkehr aufzubauen; Mittel und Wege existieren ausreichend, siehe Signatur...

    ludwighagen am 01.03.2007 22:46
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