gulli: Sex und Gewalt: Die Handys sind schuld
13. Dezember 2006

Sex und Gewalt Die Handys sind schuld

Das Internet erzeugt bekanntlich Bombenbauer und Terroristen, Egoshooter machen Amokläufer und durch Naziwebseiten werden denkende Menschen zu dummen Nazis. Neues von der "Technik macht böse"-Forschung ist nun aus Griechenland zu vermelden, wo beobachtet wurde, wie Handys zu Vergewaltigungen führen.

Folgerichtig wurden die Mobiltelefone nun an griechischen Schulen verboten. Und so richtig es sein mag, die Geräte aus der Schule zu verbannen, so skurril ist die Begründung. Eine 16jährige Schülerin wurde mehrfach vergewaltigt, einige ihrer Mitschülerinnen nahmen das Geschehen mit der Handykamera auf.

Lehrer und Psychologen behaupten nun, die Möglichkeit, Gewalttaten aufzunehmen und mit den Filmen anzugeben, fördere Gewalt. Die Folge: selbst das Mitführen ausgeschalteter Handys ist den Schülern nun verboten.

Die BBC bemerkt richtig, dass in anderen europäischen Ländern Eltern ihre Kinder mit den Mobilgeräten ausstatten, damit sie im Notfall Hilfe rufen können - Griechenland sei jedoch ein "relativ sicheres Land", in dem Handys wenig Bedeutung über ihre Funktion als Modeaccessoire hinaus zugeschrieben werde.

Der Vorfall, der zum Anlaß für das Handyverbot genommen wird, weist hingegen in die entgegengesetzte Richtung. Und dass die nun dämonisierte Technik Beweismaterial liefert, welches ohne die mobilen Kameras nicht zur Verfügung stünde, spielt in der jetzigen Entscheidung des Bildungsministeriums offenbar keine Rolle.

  • 25 Kommentare zum Artikel
  • und wieder einmal demonstrieren staatliche stellen absolute hilflosigkeit ein handyverbot an schulen muß ja grundsätzlich nicht verkehrt sein, im unterricht muß kein handy klingeln, da muß man keine sms tippen und auch keine handy games zocken, aber der oben genannte grund für dieses verbot ist absolut lachhaft. Ob sich die Griechen da Rat bei unseren heimischen Spezialisten geholt haben??

    aesircorp am 14.12.2006 23:25
  • Was Kokser sagt. Informationen, die faschos ueber sich und ihre Vorgehensweise ins Netz stellen, sind wictige Informationen. In NRW wurde Nazi Lauck und seine NSDAPAO gesperrt, dort las ich seinerzeit Kuehnen-Texte, die sind aufschlussreich und in meinen Augen relevant, wenn man wissen will, wie die charismatische Faschofraktion tickt. Wenns mit den privaten Daten und den Adressen und Abschusslisten losgeht, da wuerd bei mir der Punkt ...

    Korrupt am 14.12.2006 23:32
  • Ok, danke für die Erklärung. Dann passt mein Weltbild ja wieder, bzw immernoch.

  • Was bitte ist denn hier kaputt? Daß man mal hätte eingreifen können, um die Sache von Anfang an zu verhindern anstatt schön "die Beweise aufzuzeichnen", ist hier wohl noch keinem in den Kopf gestiegen? Daß das ein willkommener Anlaß ist, das nervige Gebimmel aus dem Unterricht zu verbannen, kann ich da nur beglückwünschen.

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