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20. Mai 2008

Senator Lieberman Nehmt die Terrorvideos von YouTube runter!

Manchen Mitgliedern vom Kongress der Vereinigten Staaten ist offensichtlich alles verhasst, was auch nur im entferntesten Sinne mit dem Internet im Zusammenhang steht. Anstatt die Technik zum eigenen Vorteil zu nutzen, sehen sie darin lediglich die Inkarnation des Bösen. Peer-To-Peer, Second Life, das ganze Netz ist für viele Abgeordnete nichts als ein sicherer Hafen für Filesharer, Verbrecher und Terroristen. Senator Joe Lieberman, der Leiter des Komitees des US-Heimatschutzministeriums im Senat macht da leider keine Ausnahme.

Lieberman, seines Zeichens Vorsitzender des Komitees im Senat für das United States Department of Homeland Security (DHS) hat sich jetzt erneut mit einem zornigen Brief an Google gewendet, weil die seinen Forderungen nicht augenblicklich nachgekommen sind.

Google Tochter YouTube bekam von ihm letzte Woche schon eine Mitteilung, sie sollen eine Liste von Videos löschen, bei denen er glaubt, einen terroristischen Hintergrund erkannt zu haben. Die Mitarbeiter des Videoportals prüften jedes einzelne der bezichtigten Propagandavideos. Sie löschten aber nur die, die den Nutzungsbedingungen widersprochen haben. Die meisten Mitschnitte ließ man online, weil diese weder Gewalt noch Hasstiraden beinhalteten. Lieberman war darüber nicht sonderlich glücklich und forderte nun in einem zweiten Schreiben den sofortigen Takedown der Terrorvideos.

Nicht nur dass ihm dafür jegliche juristische Handhabe fehlt, sonderlich geschickt ist diese Forderung zudem auch nicht. Wird man mit pixeligen Aufnahmen in Afghanistan, dem Irak oder in Ländern der Dritten Welt mit YouTube Videos Millionen neuer Terroristen anheuern können? Diese Akquise dürfte schon wegen der fehlenden Internetverbindung und an der gleichsam fehlenden Hardware scheitern.

Auch nimmt man den anderen Besuchern so die Möglichkeit, auf solche Videos angemessen zu reagieren. Warum will er das Material nicht online lassen, damit die YouTube User die üble Propaganda in ihren Kommentaren selber auseinandernehmen? Beobachten kann man die Aktionen solcher Randgruppen auch nicht, löscht man sofort was sie produziert haben. Mister Lieberman scheint sich unter dem Land der freien Möglichkeiten zumindest nicht eine Nation der freien Meinungsäußerung vorzustellen. Löschen die Mitarbeiter doch noch, werden die betreffenden Videos sowieso binnen weniger Minuten auf einer der zahlreichen anderen Websites der Konkurrenz auftauchen.

Terror, cat, bomb, rockets, Lieberman, DHS Es haben schon andere Offizielle höheren Ranges vor vielen Jahren erfolglos versucht zu verhindern, dass ihnen verhasstes Material im Netz verbreitet wird. Das hat seit der Existenz des Internet nie funktioniert und das wird auch zukünftig nicht funktionieren. Solche Fälle behandelt man wie Trolle im Forum: Erst abstrafen und dann komplett ignorieren - dann erledigt sich das Problem meist von selbst.

(Via TechDirt, thx!)

  • 5 Kommentare zum Artikel
  • Mann sollte solche Bauern nicht ins Amt lassen die entscheiden können/wollen von was sie keine Ahnung haben... So einfach ist das Die Typen haben den Stich ehh nicht gesehen da drüben ... mFg

    Hirnblaehung am 21.05.2008 13:58
  • Mal davon abgesehen, daß Mr. Lieberman vermutlich die Gefahr eher bei Personen im Inland sieht, ist er mit solchen Forderungen nicht nur auf dem Holz-, sondern in einem – zumindest dem Anschein nach – demokratischen Staat sowieso auf einem völligen Irrweg! Der soll erstmal zusehn, wie er den Balken aus seinem Auge bekommt, …

    Schattenspieler am 22.05.2008 03:03
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