gullinews am Freitag, 04.05.2007 17:22 Uhr
Melanie Rieback von der Vrije Universiteit in Amsterdam setzt sich seit längerem kritisch mit der RFID-Technologie auseinander. Im März letzten Jahres hat sie die theoretische Möglichkeit der Verbreitung von Viren über RFID dokumentiert . Nun entwickelte sie im Rahmen ihrer Doktorarbeit eine Hardware-Firewall, die Zugriffe auf einen RFID-Chip gezielt blockieren und freigeben kann. "Ich bin nicht per se gegen RFID eingestellt," sagte die Forscherin gegenüber Ars Technica. "Ich denke, dass es durchaus großartige Anwendungsmöglichkeiten dafür gibt, aber wie bei jeder Technologie, muss man sich auch hier über Datensicherheit und Privatsphäre Gedanken machen."
Die Technologie hinter der als "RFID Guardian" betitelten Firewall könnte langfristig in Handys und PDAs implementiert werden, das gegenwärtige Prototyp jedoch ist ein batteriebetriebenes Standalone-Device im Westentaschenformat und schafft einen 1-Meter-Schutzschild gegen unerwünschte RFID-Anfragen. Im Gerät steckt eine Intel XScale PXA270 CPU. Der Vorteil dieser neuen Entwicklung ist, daß der Benutzer bewußt und gezielt bestimmen kann, welche Anfragen an den Chip akzeptiert werden sollen, und welche abgelehnt werden. Bisher waren die von verschiedenen Enthusiasten vorgeschlagenen Anti-RFID-Massnahmen eher primitiver Art - von physischer Zerstörung des Chips bis zur totalen, mechanisch bewerkstelligten, Abschirmung. Durch solch eine Firewall jedoch könnte ein selbstbestimmter Umgang des Users mit der potentiell bedenklichen, aber in ihrem Siegeszug bisher unaufhaltsamen Technologie gewährleistet werden.
Unter www.rfidguardian.org gibt es zu dem Projekt ausführliche Dokumentationen mitsamt Demonstrationsvideos.
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am 06.05.2007 03:10:56: |
ins2t am 06.05.2007 15:42:30: |
am 06.05.2007 18:36:49: |