gulli: Second Life plus Anonymität ist gleich Terrorismus
08. Februar 2008

Second Life plus Anonymität ist gleich Terrorismus

Diese Gleichung wurde jetzt in einer Reportage der US-Behörde Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA) aufgestellt. Die Behörde untersteht der Director of National Intelligence (DNI). Dessen Leiter Mike McConnell hatte schon mehrfach öffentlich dazu aufgefordert, alle Aktivitäten im Internet komplett überwachen zu lassen. Die Community von 'Second Life' ist nach Aussage der Behörde eine potentielle Brutstätte von Terroristen.

Online-Multiplayer Rollenspiele mit vielen Teilnehmern (MMORPG) wie Second Life, World of Warcraft, EverQuest etc. faszinieren mit ihren Möglichkeiten weltweit Millionen von Menschen. In diesen kann man sich mit seiner Figur (Avatar) dreidimensional bewegen, Aufgaben lösen und mit anderen Mitspielern kommunizieren. Sogar das CIA hat ein paar virtuelle Welten für interne Zwecke installiert. In diesen finden Meetings und Trainingseinheiten für deren Agenten statt. Laut einem Bericht der Washington Post finden Vertreter der Geheimdienste Missfallen an diesen dreidimensionalen Spielewelten. Deren weltweite Erreichbarkeit, die Möglichkeiten zur Wahrung der eigenen Anonymität und die Tatsache, dass darüber auch finanzielle Transfers möglich sind, sollen Spiele wie Second Life zu potenziellen Gefahrenquellen machen.

"Diese virtuellen Welten stellen die nächste große Grenze dar. In mancherlei Hinsicht geht es dort wie im Wilden Westen zu.", so das Papier der IARPA. Man warnt vor der Gefahr, dass diese 3D-Welten für religiöse oder politische Terroristen als Spielwiese missbraucht werden könnten. Dort hätten Staatsfeinde die Chance ungestört neue Mitglieder zu rekrutieren, Attentate einüben, Gelder zu transferieren und ungestraft ihren Krieg auszuüben. Eigene Strategien zur Abwehr dieser Cyber-Terroristen sind bereits in Arbeit. Unter anderem wird auch erwägt, Gesetzesänderungen anzuregen, um die staatliche Kontrolle der riesigen Server bei Linden Lab und anderswo zu erlangen. Nach der Einführung der Mobilfunktechnologie in den USA haben sich sofort Sicherheitsfachleute für dessen totale Überwachung eingesetzt. Nach dem Siegeszug des Internets gab es ähnliche Bestrebungen, jetzt will man offensichtlich einen Schritt weiter gehen.

Man hofft mit den kostenintensiven Maßnahmen private Kanäle und jegliche Kommunikation mit staatsfeindlichem Inhalt überwachen zu können. Alleine bei Linden Labs "Second Life" agieren fünfzigtausend Personen gleichzeitig. Werden die Beamten außer jede Menge gähnender Langeweile noch irgendetwas anderes von Interesse vorfinden? Dies darf ohne jede Polemik bezweifelt werden ...

(via TechDirt)

  • 13 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Sogar das CIA hat ein paar virtuelle Welten für interne Zwecke installiert. In diesen finden Meetings und Trainingseinheiten für deren Agenten statt. Kein wunder, dass die in den Spielen nur Terroristen sehen. Werden dies Staatsterroristen doch auf ähnliche Weise geschult. Nu weil die Regierungen die virtuellen Welten missbrauchen um Mörder zu schulen, müssen doch nicht alle in virtuellen ...

  • Als Terrorist werde ich auch bestimmt in Second Life, in irgendwelche Avatare schlüpfen und meine hochgeheimen Informationen bezüglich meines nächsten Bombenattentats in einem Cafe in der Innenstadt einem anderen Avatar erzählen. Am besten noch mit arabischem Alphabet Manchmal frage ich mich wirklich, ob Blödheit Grenzen kennt.

  • Zitat: Zitat von braegler Naja...als erstes wird wohl unser Schäuble auf diesen Zug aufspringen rauf rollen. YMMD! Ich lach mich schlapp. Bush sind wir ja zum Glück bald los. Hoffentlich kommt danach jemand vernünftiges. *beg* Obwohl... wenn ich mir anschaue was einige Ammis so denken Zitat: "Obama, who want´s Obama? His name sounds like Ossama! I don´t want a ...

    Shogun100 am 09.02.2008 18:12
  • Die Dummheit ist kaum zu übertreffen... sie hören durch den medialen SL-hype, dass man sich dort treffen und reden kann, und sind zu blöd/alt/ignorant zu bemerken, dass es schon seit jahrzehnten wesentlich einfachere Möglichkeiten dafür gibt... Errinert mich stark an irgendsone (selbsternannte?) Psychologin, die gemeint hat, ipods sind schuld daran, dass leute weniger miteinander reden... (genau, nicht mp3-player allgemein, sondern gerade ...

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