gulli: Scientology will Cruise-Videos löschen lassen: Predigten und Propaganda urheberrechtlich geschützt
17. Januar 2008

Scientology will Cruise-Videos löschen lassen Predigten und Propaganda urheberrechtlich geschützt

Von Gawker und YouTube fordert die "Church of Scientology" die Löschung von Videos: Scientology will sich bitteschön nur selbst blamieren und nicht auch durch die ungewollte Veröffentlichung "nicht autorisierter" peinlicher Videoaufnahmen von Predigten Tom Cruises. Der übliche Effekt: die zu zensierenden Videos kursieren um so schneller.

Bei YouTube war die Sekte nur teilweise erfolgreich: ein Video wurde heruntergenommen, und wie üblich folgten neue Uploads nach, bis hin zu kompletten Sammlungen von Cruise-Statements zu der umstrittenen, sogenannten "Kirche". Über Cruise, selber hochrangiger Scientologe, ist vor kurzem eine ist vor kurzem eine nicht autorisierte Biografie erschienen, die wenig gutes Licht auf Scientology wirft. Teil der Berichterstattung über die Biografie waren die Videos, in denen ein enthusiastischer Cruise die Segnungen der Sektenzugehörigkeiten verkündet und Scientologen als "Autoritäten des Geistes und Wegbereiter zum Glück" preist.

Aufgenommen wurden die Videos alut Scientology aber im Rahmen einer "privaten religiösen Veranstaltung" und nicht für eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit. Mit der Veröffentlichung verstoße Gawker und YouTube gegen das Urheberrecht der Sekte.

Gawker wehrt sich: mit der Videopublikation erfülle man das Bedürfnis der Öffentlichkeit nach einer freien Berichterstattung. Kritische Kommentare seien erlaubt, insofern verstoße das Video gegen keinerlei Gesetze. Im Übrigen gibt sich das Magazin selbstbewusst, zitiert Sektengründer L. Ron Hubbard mit seinem Statement, dass "das Ziel eines Rechtsstreits die Einschüchterung und Verängstigung, nicht der Sieg" sei und verweist auf das neu eingestellte YouTube-Video.

Noch direkter kann man sich bei Chilling Effects bedienen: dort ist das Anschreiben von Scientology ebenfalls aufgeführt, glücklicherweise komplett mit Links zu den Video-Downloads. Grabben von YouTube ist überflüssig, unter cache.gawker.com/assets/video/Cruise_Scientology_video.flv ist der Film nach wie vor zu laden, das Verbreiten der 23(!) MB grossen .flv-Datei anschießend ein Kinderspiel.

Der Vorfall ist nicht ohne Vorgänger: Scientology geht seit Jahren im Netz gegen Kritiker vor und setzt dabei gelinde gesagt umstrittene Methoden ein. Für Aufsehen sorgte 2005 das Vorgehen der Sekte gegen den niederländischen Provider XS4ALL, bei dem scientologykritische Texte gehostet waren. Auch hier versuchte Scientology, über Urheberrechtsklagen Takedowns zu erreichen - da auf der ungeliebten Infoseite auch Texte der Pseudoreligion zitiert wurden. Nachdem sich die Niederlage abzeichnete, zog Scientology die Klage zurück.

  • 23 Kommentare zum Artikel
  • Scientology wurde der Krieg erklärt deshalb sind einige Sites down. Zitat: Anonymus hat daher entschieden, dass eure Organisation zu zerschlagen ist. Für eure Anhänger, für die Menschheit, für den Spass daran: Wir werden euch aus dem Internet entfernen, und die "Kirche" Scientology in ihrer aktuellen Form auseinanderbrechen. Wir erkennen in euch einen würdigen Gegner, und sind daher auf einen langen, langen ...

    Surrender am 23.01.2008 17:49
  • schön, dass man bei der religion wenigstens ziemlich offenherzig auf geld aus ist.^^ "gott sei dank" (welch ironie) bin ich atheist und muss mich mit solch dümmlichem geschwätz nicht abgeben

    Wandang am 04.02.2008 16:37

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