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19. Dezember 2005

Scientology erfolglos bei Webzensur

Sekte darf Klage gegen Kritiker zurückziehen

Vergangenen Freitag fällte das höchste Gericht der Niederlande seine Entscheidung: der Sekte wurde erlaubt, das eingeleitete Verfahren gegen den Provider XS4ALL wieder zurückzuziehen. Was bedeutet, dass die Zensurversuche Scientologys gescheitert sind. Dennoch bleibt ein etwas schaler Nachgeschmack - XS4ALL hoffte darauf, den Prozess durchfechten zu können.

Anlaß der Klage: die scientologykritische Webseite der Autorin Katrin Spaink. Dort wurden als Beleg für die zweifelhaften Machenschaften der Sekte zahlreiche Scientology-Texte zitiert. Scientology, selten zimperlich beim Mundtotmachen von Kritikern, verklagte wegen Copyrightverstößen, das Verfahren zog sich durch mehrere Instanzen. Das letzte Urteil vor einem niederländischen Berufungsgericht gab Spaink mit bemerkenswerten Begründungen Recht: Spainks Seite sei von ihrem Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt, insbesondere, weil die Informationen nichtkommerziell und informativ seien und Scientology antidemokratische Ziele verfolge. Scientology legte Widerspruch ein und klagte in der höchsten Instanz weiter.

Dort zeichnete sich ab, dass die Sekte erfolglos bleiben würde. Daraufhin griff Scientology zu einem ebenfalls schon öfter verwendeten Mittel: bevor man ein Verfahren letztinstanzlich verliert, zieht man die Klage zurück. Einen entsprechenden Antrag stellten die Sektierer diesen Sommer, XS4ALL und Spaink hofften hingegen darauf, dass das Gericht den Antrag ablehnen würde. Ein höchstinstanzlicher Spruch gegen Scientology wäre ein bedeutsamerer Sieg für die Meinungsfreiheit und die Sektenkritik im Web gewesen als der Rückzug Scientologys. Diese Wünsche gingen nun nicht in Erfüllung: Scientology wurde nun erlaubt, die Klage zurückzuziehen.

Damit bleibt das Urteil des Berufungsgerichts in Kraft: Spaink kann Scientology auch mit zitierten Scientology-Texten weiter kritisieren. Ein noch triumphalerer Sieg über die Sekte wäre zwar möglich gewesen: aber immerhin, eine deutliche Abfuhr ist das nun beendete Verfahren allemal. Und eine Warnung an die Sektenkonkurrenz: auch die Zeugen Jehovas bemühen sich gelegentlich, unliebsame Wahrheiten über ihre verworrene Propaganda gerichtlich aus der Welt schaffen zu lassen. Auch hier läßt die Entscheidung von Freitag hoffen, dass sie damit auch in Zukunft erfolglos bleiben werden.

  • 6 Kommentare zum Artikel
  • grosser schock für mich war als ich erfahren habe, dass isaac "black moses" hayes scientologe ist. schade, dass die sich gute leute krallen , die gut behandeln und dann als werber auf den auszubeutenden rest loslassen. naja, tom cruise könnte sich ja vll. als boomerang erweisen. früher fand ich ihn einfach nur zum kotzen. heute könnt ich ihm mit wonne und ohne unterlass in die fresse treten.

  • Wer braucht noch Scientology??? Ich jedenfalls erreiche jeden Tag den Status eines "Operierenden Thetanen" für umgerechnet 20 EUR pro Monat: die Zuzahlung für das Ritalin Und das ist allemal wirkungsvoller als diese Psycho-Kacke-Kurse für mehrere 10.000 EUR, die noch nicht mal ein Zehntel so effektiv sind. !!!!BETTER LIVING THROUGH CHEMISTRY!!!!

    Man-O-War! am 19.12.2005 16:08
  • Zitat: Zitat von nocks Scientology sind eh scheisse. Dieser eine Satz spiegelt meine Meinung wieder. Ich überlege, wie ich's noch weiter kürzen kann. wie wärs mit: "scientology=shit" ich schliesse mich ausserdem deiner meinung an.

    notintel am 19.12.2005 18:33
  • ich würde diese penner am liebsten ihre hq's mit nem flammenwerfer ausräuchern

    Copra2k am 20.12.2005 14:13
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