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29. Februar 2008

Schwedisches Modell Musiklabels aus Schweden versuchen neue Wege trotz Filesharing

Was für Printmedien und Computerspiele gilt, könnte auch für den Musikmarkt gelten, sagten sich sieben unabhängige Labels aus Schweden. Mit der Initialisierung des sogenannten "Schwedischen Modells" versuchen sie einen neuen Weg zu gehen, der in einem veränderten Markt, mit neuen Medien und neuer Technologie erfolgreich ist. Den Fokus richten sie auf gute Musik. Dabei sind sie nicht auf ein Medium oder ein Geschäftsmodell festgelegt. Es sei wichtig sich einzugestehen, dass ein epochaler Wandel stattfindet: Warum hat der Musikmarkt bisher nicht geschafft, was Presse und Computerspielindustrie bereits erfolgreich umgesetzt haben, nämlich neue Geschäftsmodelle im Internet zu etablieren?

Nach jahrelanger Kriminalisierung von Musik sollte nun mehr als deutlich geworden sein, dass es unmöglich sei an alten Verwertungsketten festzuhalten, so die Labels. Der Graben zwischen professionellen Musikproduzenten und Musikliebhabern war niemals größer als heute. Die Schlussfolgerung nach jahrelanger Debatte um die Zukunft der Musik könne nur sein, dass neue Möglichkeiten folgen müssen. Markt und Technologie seien weder schwarz noch weiß: "Das Internet ermöglicht uns einen phantastischen Graubereich von Möglichkeiten!"

Doch wie genau dieses neue Modell aussehen soll, ist derzeitig noch unklar. Grundsätzlich befürworten die teilnehmenden Labels Filesharing, doch gebe es auch Nachteile dieser Technik - so sagt Henrik von Euler vom Label Flora und Fauna in einem Interview: "Ein Nachteil von Filesharing ist, dass man in einer so großen Auswahl von Musik nicht mehr weiß, was man sich anhören soll. Man hat das Gefühl, immer etwas zu verpassen."

Die schwedische Piratenpartei begrüßt die Initiative. Sie freue sich darüber, dass Kreative aus der Praxis versuchen würden, neue Wege zu gehen. Es gäbe genügend Services, die man rund um Musik aufbauen könnte. Anstatt das Internet und kopierende Fans zu verdammen, sollte es neue Labels geben, die sich um Musiker und Fans bemühen.

Henrik von Euler fügt hinzu, dass Musiker im Internet von Produktion bis Promotion alles selber machen können. Doch ob die Musiker das auch wirklich selber machen wollen, stehe auf einem anderen Blatt. Hier sieht er eine Chance für die Zukunft des Musikmarktes. Er hofft jedenfalls, nicht mehr auf die Frage antworten zu müssen, ob Filesharing nun gut oder schlecht sein. Filesharing ist nun mal da und man müsse lernen, damit umzugehen.

  • 3 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Filesharing ist nun mal da und man müsse lernen, damit umzugehen. Genau so ist es.

    DasFragezeichen am 29.02.2008 15:35
  • genauso, was man braucht sind führer durch den Dschungel der Musik. Ob das nun Podcasts oder Zeitungen (am besten mit cd o.ä.) sind ist dabei egal. das kann aber auch der fan von nebenan sein, der ein paket macht wie: "die hundert besten folk songs aller zeiten"

    Frodoger am 29.02.2008 16:19
  • Häää: Zitat: "Ein Nachteil von Filesharing ist, dass man in einer so großen Auswahl von Musik nicht mehr weiß, was man sich anhören soll. Man hat das Gefühl, immer etwas zu verpassen." Na dann bin ich aber froh, dass die Labels mit aller Gewalt gegen die Filesharer vorgeht. Ist es doch nur, um sie vor der Musikflut zu schützen. Abmahnungen werden also nur zur Gesundheitsvorsorge ...

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