gullinews am Freitag, 29.02.2008 14:48 Uhr
Nach jahrelanger Kriminalisierung von Musik sollte nun mehr als deutlich geworden sein, dass es unmöglich sei an alten Verwertungsketten festzuhalten, so die Labels. Der Graben zwischen professionellen Musikproduzenten und Musikliebhabern war niemals größer als heute. Die Schlussfolgerung nach jahrelanger Debatte um die Zukunft der Musik könne nur sein, dass neue Möglichkeiten folgen müssen. Markt und Technologie seien weder schwarz noch weiß: "Das Internet ermöglicht uns einen phantastischen Graubereich von Möglichkeiten!"
Doch wie genau dieses neue Modell aussehen soll, ist derzeitig noch unklar. Grundsätzlich befürworten die teilnehmenden Labels Filesharing, doch gebe es auch Nachteile dieser Technik - so sagt Henrik von Euler vom Label Flora und Fauna in einem Interview: "Ein Nachteil von Filesharing ist, dass man in einer so großen Auswahl von Musik nicht mehr weiß, was man sich anhören soll. Man hat das Gefühl, immer etwas zu verpassen."
Die schwedische Piratenpartei begrüßt die Initiative. Sie freue sich darüber, dass Kreative aus der Praxis versuchen würden, neue Wege zu gehen. Es gäbe genügend Services, die man rund um Musik aufbauen könnte. Anstatt das Internet und kopierende Fans zu verdammen, sollte es neue Labels geben, die sich um Musiker und Fans bemühen.
Henrik von Euler fügt hinzu, dass Musiker im Internet von Produktion bis Promotion alles selber machen können. Doch ob die Musiker das auch wirklich selber machen wollen, stehe auf einem anderen Blatt. Hier sieht er eine Chance für die Zukunft des Musikmarktes. Er hofft jedenfalls, nicht mehr auf die Frage antworten zu müssen, ob Filesharing nun gut oder schlecht sein. Filesharing ist nun mal da und man müsse lernen, damit umzugehen.
| 3 Reaktionen aus dem gulli:Board |
|---|
DasFragezeichen am 29.02.2008 15:35:12: |
Frodoger am 29.02.2008 16:19:14: |
Moses am 29.02.2008 22:34:08: |