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06. April 2006
Schwedischer Staatsanwalt Filesharer-Jagd ist vorbeiGemischte Reaktionen auf die Einstellung eines Berufungsverfahrens: der Staatsanwalt erklärte die Jagd auf Filesharer in Schweden für beendet, Antipiratbyran-Chef Henrik Ponten behauptet, sie hat gerade erst angefangen. IP-Adressen werden vermutlich in Zukunft bei nur einem freigegebenen Film nicht mehr herausgegeben. "Kann denn nicht jedes Land wie Schweden sein?" fragen die Ärzte (wie immer: ohne Kopierschutz), und liest man das Statement des Staatsanwalts im Berufungsverfahren gegen einen Filmtauscher, ist man versucht, sich anzuschließen. Zwar wurde der Beklagte für das Anbieten des Films "The Third Wave" zu 80 Tagessätzen verurteilt, dies bedeute jedoch nicht weniger als das Ende der gerichtlichen Verfolgung von Filesharern. "Ich interpretiere dies als klare Entscheidung dahingehend, dass private Filesharer ohne kommerzielle Ziele kein höheres Strafmaß als Geldstrafe erwarten brauchen. Das wiederum bedeutet, dass wir keine IP-Adressen anfordern können, was wiederum bedeutet, dass wir keine privaten Filesharer mehr ermitteln können" So Staatsanwalt Håkan Roswall im Fernsehinterview. Henrik Ponten von den schwedischen Piraterieverfolgern Antiopiratbyran pfeift derweil im Walde. Auch er betrachtet es als "unmöglich", Filesharer zu verfolgen, die nur einen Film tauschen. Die meisten würden jedoch mehr anbieten. Die Fälle, die man zur Anzeige bringe, betreffen mehrere angebotene Filme, das Strafmaß im nun beendeten Verfahren sei völlig ausreichend. Auch mit politischem Widerstand ist in Schweden zu rechnen, was Gesetzesänderungen in Bezug auf Filesharing angeht. Das Land, in dem 20% der Bevölkerung Files tauscht, wurde vor einiger Zeit die Piraten-Partei gegründet, die sich die endgültige Legalisierung von Filesharing und die drastische Verkürzung von Copyright-Fristen im Parteiprogramm zum Ziel setzt. Verwandte News
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