Höhere Abgaben, weniger Verbraucherrechte
Wenn man auf ein Konzert will und dort alle Bands abgesagt haben, zahlt man gewöhnlich keinen Eintritt, und der Veranstalter, der dennoch Geld verlangt, würde bestenfalls ausgelacht werden. In Schweden funktioniert dies ab dem ersten Juli vermutlich prächtig - wenngleich auf einem nur ähnlichen Geschäftsfeld.
Nun sind Leermedienabgaben nicht einmal per se etwas verwerfliches - in Kanada kompensieren sie bei weitem die Verluste der Künstler, welche durch das Kopieren ihrer Produkte angeblich entstehen sollen. Nur ist mit dieser Kompensation wieder einmal mehr keinerlei Recht verbunden: man muss zwar zahlen, erwirbt sich dadurch aber keine Gegenleistung.
Mit der parallelen Verabschiedung der beiden Gesetzesänderungen wird immerhin klar, wohin die Reise gehen soll: die Kundschaft der Medienproduzenten soll gefälligst mehr zahlen, dafür wird sie im Gegenzug kriminalisiert: dass das Entrichten von mehr Abgaben allenfalls mit dem Erwerb erweiterter und nicht etwa weiter eingeschränkter Nutzungsrechte einhergehen muss, ist offenbar ein zu komplexer Gedankengang für manche Entscheidungsträger und Lobbyisten.
Studenten sollten nebenbei besonders vorsichtig sein. Das Durchkopieren von Büchern ist mit dem neuen Gesetz ebenfalls verboten. Von mehr Leseplätzen an den Unis war dagegen keine Rede.