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23. März 2005

Schweden Antipiraterieverbände uppten die Files fleissig mit?

Interview: Antipirateriemitarbeiter sei aktiv am Warezverteilen beteiligt gewesen

Nach der Razzia beim schwedischen Provider Bahnof sollten laut dem schwedischen Antipiraterieverband Probleme auf mehrere europaweit agierende Gruppen zukommen - Probleme hatte bisher bloss der Antipiraterieverband selbst. Nachdem seine Webseite gehackt und einige pikante Details an die Öffentlichkeit gelangten, geriet auch seine Vorgehensweise in die Kritik - wegen unbefugter Datenherausgabe kündigten die schwedischen Datenschützer Ermittlungen an.

Es soll aber noch heftiger kommen: Laut den Angaben eines Mitarbeiters bei Bahnhof sei einer der Haupt-Uploader der umstrittenen Daten vom schwedischen Antipiraterieverband eingeschleust worden sein - von der Anschaffung des Servers bis hin zum Upload der verschiedensten Dateien sei er sehr aktiv am Verbreiten der Daten beteiligt gewesen. Eine Absprache bzw. eine Genehmigung durch alle Copyrightinhaber schliesst der anonym bleibende Bahnhof-Mitarbeiter aus - es sei extrem unwahrscheinlich, dass von Filmproduzenten bis hin zur XBox-Abteilung Microsofts alle Rechteinhaber mit dem Verbreiten ihrer Software quasi als Anstiftung für andere Upper einverstanden gewesen seien.

Im Interview wird auch bestritten, dass die vom Piraterieverband angegebenen Mengen an Daten korrekt seien - es sei unmöglich, die behaupteten 27 TB Daten unauffällig und nebenher zu hosten - wobei das Stilmittel der Übertreibung für Piraterieverfolger bekanntermaßen nichts neues ist - wenn es denn der Panikmache dient, wrd da auch eben einmal die 40-TB-Notebookfestplatte erfunden.

Sollten die Vorwürfe zutreffen, käme auf den Verband möglicherweise noch einiges mehr an Ärger zu - ob dann noch Piraterie verfolgt wird und nicht vielmehr die Anstiftung zu Urheberrechtsverletzungen im Vordergrund der Ermittlungen steht, wird sich herausstellen. Möglicherweise rächt sich dann das Vorgehen der Verbände, immer stärker auf eigene Faust die Aufgaben der Ermittlungsbehörden zu übernehmen - zumindest die Grenzen dieses Vorgehens sollten sichtbar werden, wenn die Undercoveragenten der Verbände irgendwann selber vor Gericht landen.

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