Schon vor Beginn der Zeremonie der Oscar-Prämierung letzte Nacht wurden die abgegebenen Stimmen der alternativen Oscartorrents ausgewertet und bekannt gegeben. Nicht eine handerlesene Jury, es waren mehr als einhundertdreissigtausend Stimmen, die über die besten Filme der letzten zwölf Monate entschieden haben. Abräumer Nummer Eins war Martin Scorsese. Er erhält von den Piraten im Vorfeld eine vergleichbare Ehrung, die ihm später auch von der offiziellen Jury zuteil wird.
"Dein erster Oscar kam von den Leuten, Marty! Nicht von einem Gremium sondern von den Leuten selbst!"
Die Geschichte um den Gangsterboss Frank Costello, gespielt von Jack Nicholson hat aber nicht so massiv abgeräumt wie bei den glamurösen, offiziellen Awards. Nur in zwei Kategorien konnte der Kinofilm die abstimmenden Piratinnen und Piraten begeistern. Die mexikanische Produktion "El Laberinto del Fauno", die in den deutschen Kinos unter der Bezeichnung "Pan's Labyrinth" läuft, führt die Bestenliste mit sechs Auszeichnungen an. Die Torrentlinks aller Filme in der Orginalsprache liegen auf der offiziellen Seite von OscarTorrents.com natürlich auch vor.
Die Filmindustrie wurde von den Machern unterdes aufgefordert, sich ein anderes Geschäftsmodell auszudenken, das nichts mit überteuerten Plastikscheiben zu tun hat und auch nichts mit stinkenden Kinos, wo billige "Kohle"-hydrate verkauft werden und unterbezahlte Filmvorführer unter Vertrag stehen, die nur sechs Dollar pro Stunde verdienen. Diese wären laut Aussage der Veranstalter noch nicht mal in der Lage, den Projektor scharf zu stellen. Stellt sich lediglich die Frage, ob die scharf gestellten Linsen den Kinogängern oder den Camrippern sachdienlich sein sollen. Auch schickt man Grüsse an die MPAA und "Big Hollywood". Die Betreiber der alternativen Preisverleihungen hoffen, dass sie die Abstimmung nächstes Jahr nicht wiederholen müssen, weil die Industrie es dann für sie tun würde.
Rechtlich angreifbar ist das Angebot nicht. Ähnlich wie The Pirate Bay liegen die Filme selbst nicht auf den Servern der Homepage vor. Lediglich auf die entsprechenden Torrent-Files wird hingewiesen, derer man sich als Kinofreund illegalerweise bedienen kann. Die Vertreter der Filmwirtschaft werden weniger über die Tatsache erfreut gewesen sein, dass schon vor Wochen fast alle Oscar-nominierten Filme in den Tauschbörsen verfügbar waren. 24 Screener in hoher Qualität, die für Jurymitglieder gedacht waren, konnten via p2p herunter geladen werden. Und dies teils Monate bevor die Mitglieder des Gremiums diese zur Prüfung nach Hause geschickt bekamen.
Schneller als FBI und die Polizei erlaubt? Nicht ganz, gestern wurde der in den Tauschbörsen verteilte Screener des Animationsfilms "Flushed Away" via digitales Wasserzeichen identifiziert. Die Schwester des 27jährigen Salvador Nunez sollte als Mitglied der Jury lediglich über den Film abstimmen. Ihrem Bruder Nunez junior drohen nun wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverletzung in dem Gerichtsverfahren, dass am ersten März beginnen wird, im schlimmsten Fall bis zu drei Jahren Freiheitsentzug.
Weder die Strafandrohungen noch die Verwendung von speziellen Abspielgeräten beziehungsweise DVDs für Jurymitglieder, die auf herkömmlichen Playern nicht lauffähig sind, werden die Piraterie letztendlich stoppen können.
Folgerichtig fordern die Betreiber der OscarTorrents die Filmindustrie innerhalb und ausserhalb Hollywoods dazu auf, sich den Kopf über neue Vertriebsmodelle zu zerbrechen, anstatt die Zuschauer mit Anti-Piraten Spots zu nerven. Das zumindest ist auf jeden Fall ein sinnvoller Vorschlag.
The Pirates of the Internet - nächstes Jahr steht eine Wiederholung des Spektakels an, wetten?
Zitat: Zitat von kkarlo wer einen Film mit miserabler Qualität aus dem Netz zieht, ist einfach ein Banause! Es gibt nichts geileres als eine schönen Film auf der großen Leinwand zu sehen! Die ganzen Releases die im Netz sind, sind doch der erbährmliche Versuch der FI kostenlos Werbung zu betreiben! Sorry FI&MI ihr habt doch nicht mehr alle Tassen im Schrank! na dann guck dir die großen ...
Bei uns ist's noch besser. Das letzte Kino macht bald zu. Das nächste ist zwar nur ca. 20 km entfernt, man kommt auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin, dafür aber vor 5 Uhr nicht mehr zurück. Man braucht also zwingend ein Auto. Dazu kommt noch, dass die kleinen Kinos nie alle Filme im Angebot haben, sei es das es an Geld mangelt, oder man die paar Sääle schon mit 3-4 Filmen genug ausgelastet hat. Richtig Kino gibt's doch 'eh ...
ja geht mir genauso, das kino in meiner "stadt" ist zwar alt und deswegen sehr groß aber nur ein saal und dann läuft ca 1 monat nur ein bis zwei filme... und die laufen auch meistens erst an wenn sie schon fast auf dvd rauskommen
Darüber, dass die Kinos heruntergekommen sind, kann ich mich nicht beschweren, aber über den Preis! Wenn man mit einer Familie ins Kino will, kommt man billiger weg, wenn man sich die DVD sofort nach dem Erscheinen kauft. Ich als Taschengeldbezieher investiere mein Geld dann lieber in Sachen, die ich mir nicht aus dem Internet ziehen kann. Natürlich ist Kino ein anderes Filmerlebnis als zu Hause, aber dafür kann man auf Pause stellen und die ...