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06. Januar 2008

Schauspieler Britt Leach legt wegen Screenern Mitgliedschaft in der Oscar-Akademie nieder

Der im Jahr 1938 geborene Schauspieler Britt Leach gab öffentlich bekannt, dass er als Empfänger der DVD-Screener von den ständigen Verwarnungen der Filmindustrie genug hat. Ihm ist das Risiko nach siebzehn Jahren Mitgliedschaft in der Akademie zu groß geworden, bestohlen und hinterher wegen dem Vertrieb von urheberrechtlich geschütztem Material angeklagt und bestraft zu werden.

Britt LeachDer kalifornische Schauspieler war vor vielen Jahren durch seine Mitarbeit in Filmen wie "Baby Boom", "Lisa - der helle Wahnsinn" oder "Ferien zu dritt" bekannt geworden. Im Laufe seiner Karriere war es zu Auftritten in unzähligen Serien wie "L.A. Law", "Sledgehammer", "Fame", "Dallas", "M*A*S*H*", "The Waltons", "PSI Factor" und viele andere gekommen. Nach siebzehn Jahren Mitgliedschaft in der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) zieht er es jetzt vor, seinen Stuhl zu räumen. Früher wurden ihm die Filme in Form von Videokassetten zugeschickt, über dessen Qualität er entschieden sollte. Heute sind es pro Jahr 75 DVDs. Anfangs war er sehr stolz eines der Mitglieder der AMPAS sein zu dürfen. Heute schreibt er auf seiner Website, dass er sich oftmals durch die Verwarnungen und Aufkleber auf den Verpackungen der Filme bedroht fühlt. Es fing vor Jahren mit einem Vertrag an, den er unterschreiben und zurück schicken musste. Die Jury verpflichtete sich dazu, niemandem Zugang zum Filmmaterial zu gewähren. Auch wenn er sich dadurch wie so etwas wie ein Verbrecher fühlte, schickte er den Brief unterschrieben zurück. Später erhielt er einen DVD-Player inklusive einer individuellen Verschlüsselung. Nur die Filme, die für ihn bestimmt waren, liefen auch auf seinem DVD-Player. Es kam zu Beschwerden, das Verfahren hat sich bei der Jury auf Dauer nicht durchgesetzt. Und weil man auf die Screener nicht verzichten wollte, hoffte man bei der Motion Picture Association of America (MPAA) das Problem mit der Piraterie mit noch mehr Verwarnungen, FBI- und Interpol-Aufklebern und Wasserzeichen lösen zu können. Sowohl strafrechtliche wie auch zivilrechtliche Klagen wurden dem Schauspieler angedroht, sollte sein Material in die falschen Hände geraten. Mithilfe der Wasserzeichen in den Filmen könne man ihn als Quelle herausfiltern, so die Drohungen weiter.

"Jetzt sind wir alle beunruhigt, die Filmstudios und ich auch.", schrieb Mister Leach auf seiner Website. Die Warnungen aus Hollywood wurden immer dringlicher, der alternde Schauspieler überlegte sich, wie er dem gestiegenen Sicherheitsbedarf nachkommen könnte. "Eine Überwachungskamera ist auch kein ideales Mittel gegen Einbrecher, immerhin könnte der Strom ausfallen", so analysiert er. Augenzwinkernd beschreibt er seine Überlegungen zum Schutz der Filme einen Schäferhund anzuschaffen. Aber da ein Deutscher Schäferhund auch nur deutsche Kommandos versteht, müsste er auch noch die deutsche Sprache erlernen. Letztendlich kam er zu dem Schluss, dass er seine Wohnung nur dann sicher gestalten könnte, wenn er im Gegenzug sehr viel Geld dafür ausgibt. Um der Gefahr des Einbruchs und des Diebstahls zuvor zu kommen, entschloss er sich, seine Mitgliedschaft in der Akademie aufzugeben. Zwar macht ihn diese Entscheidung einerseits traurig. Aber zu wissen, dass von ihm und seinem Anwesen kein Schaden mehr ausgehen könnte, scheint ihn andererseits auch sehr zu beruhigen.

Lösen konnte man das Problem mit den Screenern bislang trotz alledem nicht. Von aktuellen Kinofilmen wie "I am Legend" oder Ridley Scotts "American Gangster" sind die entsprechenden Screener schon vor Längerem im Netz aufgetaucht. Mister Leach ist zudem nicht die einzige Person, die jedes Jahr aufs Neue mit den Drohungen überzogen wird. Für den Versand der Filme an die Jury gibt es derzeit keine Alternative. Sollte man die rund 5.800 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für die Zeit der Beurteilungen lieber stattdessen geschlossen im Fort Knox unterbringen? Die Zahl der Alternativen sinkt für die Filmindustrie von Jahr zu Jahr zusehends.

  • Zitat: Es fing vor Jahren mit einem Vertrag an, den er unterschreiben und zurück schicken musste. Die Jury verpflichtete sich dazu, niemandem Zugang zum Filmmaterial zu gewähren. Auch wenn er sich dadurch wie so etwas wie ein Verbrecher fühlte, schickte er den Brief unterschrieben zurück. Also bitte, das ist doch mehr als blauäugig. Ohne diesen Vertrauensvertrag könnten die ihre Screener-DVDs doch direkt ...

    Schranzelot am 07.01.2008 13:04
  • Zitat: Zitat von Schranzelot  Also bitte, das ist doch mehr als blauäugig. Ohne diesen Vertrauensvertrag könnten die ihre Screener-DVDs doch direkt TPB schicken. Warum sollte man sich durch einen solchen vertrag denn schlecht fühlen? kann man mit vertrag auch noch ist wohl kein problem, das anonym ins netz zu stecken, wie auch üblich. der vertrag deklariert nur die allgemeine jury zu ...

    Wandang am 07.01.2008 18:05
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