Das Erschießen des politischen Gegners ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass einem die Sachargumente ausgegangen sind. Vorprogrammiert: man wird nicht mehr als Gesprächspartner akzeptiert, Strafverfolger werden auf einen aufmerksam, und die Einladungen in Polit-Talkshows könnten sich im Anschluss um Jahre verschieben. Eine heitere Glosse zum traurigen Thema.
Dass an der RAF "ja nicht alles schlecht war", ist ein Allgemeinplatz. Neben diversen Kollateralschäden bei Militär, Politik und Wirtschaft hat es die Gruppe geschafft, Design- und Modetrends anzustoßen, eine erstaunliche und durchaus unterhaltsame Diktion zu ersinnen und nicht zuletzt mit konsequenter Kleinschreibung zentrale Forderungen der Rechtschreibreform vorwegzunehmen. Neben all diesen Verdiensten vergisst man leicht eine der zentralen Errungenschaften der RAF: die Erkenntnis, dass der bewaffnete Kampf auch in Deutschland geführt werden kann, ja, sogar geführt werden muss.
"Die Kräfte der Reaktion sind in der Zersplitterung schlagbar", so eine der zentralen Thesen der RAF in "Das Konzept Stadtguerilla", welche Schäuble nun auf erstaunlich moderne Weise neu adaptiert hat. Die "Reaktion" sieht er natürlich auf der Seite des Volks, dessen Zersplitterung angesichts der Gesetzespläne des Innenministers und den ausbleibenden Protest offenkundig wurde. Der kluge wie geniale Schachzug: in der Phase dieser Zersplitterung den bewaffneten Kampf gegen das Volk aufzunehmen. Die "gezielte Tötung" von Terrorverdächtigen ist dabei ebenso in Arbeit wie die Schaffung des "Kombattanten"-Status, den beispielsweise die USA bei Guantanamo-Häftlingen anwenden. Den bewaffneten Kampf gegen das Volk kann Schäuble so bedeutend flexibler führen als die RAF, welche mit ihrer "Schwein oder Mensch"-Differenzierung ein weitaus weniger leistungsfähigeres Kategoriensystem verwendeten.
Und während sich der Revolutionär, Mao gemäß, "...im Volk bewegt wie der Fisch im Wasser", entwickelt Schäuble auch dieses Prinzip bedeutend weiter: eine Selbstbeschränkung auf den Kampf erlegt sich der Innenminister nicht auf. Er setze vielmehr auch "noch auf das Gespräch" - eine subtile Verunsicherung des Gegners, der im Unklaren gelassen wird, ob "noch" im Sinne von "nicht mehr lange" oder im Sinne von "zusätzlich" verstanden werden soll. Drohung, Aktion und Flexibilität der Mittel sind damit aufs Eleganteste bereits in einem Halbsatz untrennbar verschmolzen.
Ein Volk von potentiellen Terroristen wird damit effektiv angreifbar. Im Gegenzug den bewaffneten Kampf gegen Schäuble auszurufen, kann als Bestätigung des Schäubleschen Grundgedankens des Volks als Universalterroristen bewertet werden - wer Schäuble verhindern will, bestätigt ihn damit um so mehr. Ganz abgesehen davon, dass sich das Volk ohnehin bereits als Gruppe zumindest potentieller Terroristen betrachtet, ein "Volk von Schläfern", gewissermaßen, denn wie es schon bei der hessischen Piratenpartei zu lesen ist:
"Denn sind wir nicht alle, wenn wir ganz tief graben, irgendwie voller Wut und Verzweiflung, schlummert nicht auch in uns ein Terrorist, der irgendwann zum Vorschein kommen kann? Vielleicht ist es ja gut, wenn mal jemand über meine Mails schaut und mich bei Zeiten aus den Verkehr zieht, weiß der Teufel was ich sonst noch alles anstelle?"
Passenderweise versuchen sich die Piraten allenfalls in
Ersatzhandlungen: nicht Schäuble, nicht eine Schäuble-Voodoopuppe, sondern erbärmlicherweise eben einmal das Bild einer Voodoopuppe wird mit - ebenfalls gemalten - Nadeln traktiert.
In diesem Sinne: Sieg im Volkskrieg, Wolfgang!
... Werde nun öfter interesante neuigkeiten posten als link: werde viel nicht kommentieren, also einfach selber meinung Bilden: schaeuble-fuer-internierung schaeuble-erschiessen-ist. michael-moores-sicko-startet Polizei war mal wieder Deskalier ...
Zitat: Zitat von rali61 Der Herr ist nunmal Innenminister d.h. es ist seine Aufgabe für die innere Sicherheit zu sorgen. Er ist allerdings auch auf die Verfassung vereidigt und hat geschworen, sie zu schützen und zu verteidigen. Zitat: Wenn hier wirklich ein Terroranschlag geschieht und euren persönlichen Umkreis betrifft, seid ihr die Ersten die ihm vorwerfen nicht genug zu ...
Zitat: Zitat von gulli:news [b]Das Erschießen des politischen Gegners ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass einem die Sachargumente ausgegangen sind. Wenn das gewisse Netzindianer lesen! Erfahrungsgemäß werden dies aber nicht verstehen, da sie in einer eigenen Welt leben/träumen - macht fastnix!
Zitat: Zitat von Gravenreuth Wenn das gewisse Netzindianer lesen! Erfahrungsgemäß werden dies aber nicht verstehen, da sie in einer eigenen Welt leben/träumen - macht fastnix! Weia... du willst es gar nicht kapieren, was?
Zitat: Zitat von rali61 Ihr seid alle solche Besserwisser!!! Der Herr ist nunmal Innenminister d.h. es ist seine Aufgabe für die innere Sicherheit zu sorgen. Wenn hier wirklich ein Terroranschlag geschieht und euren persönlichen Umkreis betrifft, seid ihr die Ersten die ihm vorwerfen nicht genug zu tun haben!!! Das sind eigentlich die gefährlichsten. Gibt bestimmt ne grosse meute die diese aussage ...