gulli: Schäuble: BKA-Gesetz ohne Online-Durchsuchung wird es nicht geben

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02. Juli 2007

Schäuble BKA-Gesetz ohne Online-Durchsuchung wird es nicht geben

Das BKA soll rasch die Befugnis zur heimlichen Online-Durchsuchung von Rechnern erhalten, da Terroranschläge drohen, so die Forderungen s´aus dem Innenministerium an Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Aus dem Umfeld von Innenminister Schäuble wurde verlautet, man brauche "...das BKA-Gesetz dringend - und ein Gesetz ohne Online-Durchsuchung wird es nicht geben. Dieser Punkt ist nicht verhandelbar."

Schäuble fand klare Worte zu den Vorwürfen, heimliche Online-Durchsuchungen von Rechnern Verdächtiger seien grundgesetzwidrig. Um "dummes Gerede" handele es sich, er "werde unfreundlich, wenn mir Verfassungsbruch vorgeworfen wird", so Schäuble externer Link in neuem Fenster folgtlaut FR, der damit eindringlich bestätigt, dass er offenbar am Ende der Sachargumente angekommen ist.

Das Justizministerium sperrt sich bisher gegen den Vorstoß Schäubles, der indessen das Gesetz auch ohne Zypries' Zustimmung ins Kabinett einbringen will. Die Justizministerin will die Überprüfung des Nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetzes durch das Bundesverfassungsgericht abwarten, diese ist voraussichtlich jedoch erst März 2008 abgeschlossen.

Während Zypries' Blockadehaltung recht erfreulich ist angesichts dessen, dass sie im Interview nicht wusste, externer Link in neuem Fenster folgtwas denn nun überhaupt Browser sind, kann man angesichts der Haltung vieler Bundesbürger zu den geforderten erweiterten Schnüffelbefugnissen nur den Kopf schütteln. So hatte bis gestern Abend ein externer Link in neuem Fenster folgtViertel der Teilnehmer einer n-tv-Umfrage angegeben, sie würden anläßlich der Terrorgefahr in Deutschland eine Überprüfung ihres Computers durch Sicherheitsbeamte akzeptieren - inzwischen sank die Zustimmungsrate auf immerhin nur noch 22%.

Was den wenigsten bekannt sein dürfte: die Zustimmung zur "Überprüfung" ihrer Rechner brauchen die überwachungsbegeisterten Bürger gar nicht zu geben. Viel leichter wäre es für sie, einfach externer Link in neuem Fenster folgtWolfgang zu informieren.

  • 29 Kommentare zum Artikel
  • hier ein auszug aus dem interview der TAZ mit Schäuble: Die Tageszeitung: Herr Schäuble, sind Sie der ranghöchste Hacker Deutschlands? Wolfgang Schäuble: Nein, ich komme in keinen Computer rein, ich weiß auch kaum, wie die Polizei das macht. Ich weiß gerade mal so, was ein Trojaner ist. TAZ: Haben Sie Angst vor den sogenannten Trojanern, also vor Spionagesoftware? Schäuble: Nein, ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, ...

  • Klar, für so eine Liste bin ich auch Nein mal im Ernst, ich glaube aufhalten können wir das ganze nicht, aber wenn er kommt gibt es doch sicher auf so gut sortierten Foren wie dem Gulli Board hier Informationen zu diesem Trojaner und von daher mach ich mir keine so großen Sorgen. Letztendlich muss auch dieser Trojaner Pakete senden, die ein Router blocken kann. Schließlich gab es doch gegen alle erdenklichen Viren ein ...

    the_crille am 18.07.2007 23:50
  • Zitat: Zitat von the_crille Zum Glück habe ich mir nicht so viel Online-Kriminalität vorzuwerfen... "Nicht so viel" reicht schon für eine Gerichtsverhandlung! Und B.T.W. kann man sich schützen. Wissen ist Macht! Ich werde mir das Wissen aneignen, meine Freiheit im Netz zu schützen damit die Schäuble GmbH mich meiner Privatsphäre nicht berauben kann. Und nein, ich werde keine ...

  • Zitat: Zitat von 127001 Ich möchte ein Recht auf Freiheit. Sowohl im RL ohne Videoüberwachung, als auch im Internet ohne Schäuble Überwachung. Wie jetzt? Deine Freiheit ist Dir wichtiger als unsere "Sicherheit"? Dann haste doch bestimmt was zu verbergen. Verdächtig, verdächtig.......... MfG Andy

    titus_shg am 19.07.2007 01:53
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