Im Sendegebiet des "Heimatsenders" MDR waren die GEZ-Eintreiber schon in Thüringen unterwegs, wo sie erfolgreich mit ihren Nachforderungen Angst und Schrecken verbreiteten. Prof. Peter Scharff, Rektor der TU Ilmenau, die 105.000 Euro zahlen soll, beklagt, daß er mit dieser Summe zwei Mitarbeiterstellen finanzieren könnte.
"Die Geräte wurden aus Steuermitteln finanziert, jetzt werden wir wiederum Steuergeld zur Begleichung der Nachzahlung aufwenden. Ebenfalls aus Steuergeld werden wir Geräte wie Videorecorder oder zukünftig Computer so umrüsten müssen, dass sie für Rundfunk- und Fernsehempfang und -wiedergabe untauglich sind."
Ob das bei PCs, die mit dem Internet verbunden sind, wohl gelingen wird?
In seine Klage, daß Hochschulen anders behandelt würden als Schulen, die von den Gebühren befreit seien, können nun auch Vertreter sächsischer Hochschulen einstimmen. "Wir waren davon ausgegangen, dass auch für uns eine Ausnahmeregelung gilt", erklärte beispielsweise Silvia Bäßler, Kanzlerin der Hochschule Mittweida.
Sie muß für 100 TV-Geräte bisher fast 100.000 Euro nachzahlen, die vor allem im Fachbereich Medien eingesetzt werden, "ausgerechnet dort, wo wir den Nachwuchs für Rundfunkanstalten ausbilden". Mit etwas weniger ist die vergleichsweise kleine Bergakademie Freiberg dabei, sie rechnet mit Forderungen in Höhe von 28.000 Euro. Die Uni Leipzig hat hingegen noch nicht nachgerechnet.
Bemerkenswert an den GEZ-Forderungen, die rechtlich trotz ihrer Absurdität wohl korrekt sind, ist, daß sie offenbar pro Gerät nacherhoben werden. Etwas großzügiger zeigt die GEZ sich im kommenden Jahr bei Unternehmen - laut Heise fallen die Gebühren dort nämlich nicht je Gerät an, sondern "pro Firmengebäude" bzw. "grundstücksbezogen".
In jedem Fall aber scheint das Vorgehen der GEZ gegen Hochschulen und Universitäten die These zu bestätigen, daß Fernsehen blöd macht. Denn tatsächlich werden durch die bis zu sechsstelligen Nachforderungen Steuergelder der Bildung entzogen, das Programm rückwirkend aber nicht besser. "Hier wird", spricht Prof. Peter Scharff richtig, "von einer Tasche in die andere gewirtschaftet und in der Tat gutes Geld 'verbrannt'."
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paceman am 20.07.2006 16:51:05: |
tw_24 am 20.07.2006 17:39:08: |
paceman am 20.07.2006 18:38:35: |