gulli: Rottenneighbor.com: Diffamierung der Nachbarn auf neuem Niveau

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19. Juli 2008

Rottenneighbor.com Diffamierung der Nachbarn auf neuem Niveau

Rufmord an den eigenen Nachbarn wird dank dem Internet immer leichter. Der Amerikaner Brant Walker zeichnet sich für das Portal Rottenneighbor.com verantwortlich, welches die digitale Diffamierung von Wohngebieten auf ein äußerst interessantes Niveau hebt - dank Google Maps.

Die Funktionsweise von Rottenneighbor ist denkbar einfach. Jeder, der sich von seinen Nachbarn gestört fühlt, kann dessen Standort mithilfe von Google Maps markieren. Mit dem Icon verknüpfen lässt ein entsprechender Kommentar über die entsprechenden Personen.

Da wohl jeder einmal irgendwelche Probleme mit den Nachbarn hatte, dürfte die Karte bald gänzlich von roten Häusern gespickt sein, wenn vereinzelt auch grüne Häuser-Icons für gute Nachbarschaft zu finden sind. Die Kommentarfunktion ist dabei wohl sehr begehrt und wartet mit interessanten Details auf. Ein Berliner weiß beispielsweise zu berichten: "Hier stehen täglich vor allem gegen abends bzw. nachts düstere, arabische Gestalten herum, die einem Drogen von Hasch, Gras, bis Kokain für überteuerte Preise verkaufen wollen. Was oftmals ab 20 Euro erst losgeht. Verhandlungen ausgeschlossen. Man sollte sehr vorsichtig sein dort etwas zu kaufen. Über Reinheit mal abgesehen." Ebenfalls aus der Hauptstadt weiß eine andere Person zu erzählen: "Hier wohnt ein richtiger Schürzenjäger. Mädels, haltet Euch fern von ihm. Er tut lieb und nett, schwört die ewige Liebe und betrügt einem dabei hinter dem Rücken mit der Ex."

Man mag das Ganze scherzhaft betrachten, doch ist der Ruf erst ruiniert wird es ziemlich schwierig, diesen wiederherzustellen. In Amerika haben dies einige Opfer des Portals bereits bemerkt, weshalb gegenwärtig zahlreiche Klagen gegen den Betreiber anhängig sind. Dieser rechtfertigt sein Portal damit, dass es lediglich dazu dienen soll, beim Umziehen zu helfen, damit man die richtige Nachbarschaft findet. Schließlich kann man sonst im Vorfeld nicht erfahren, neben welchen Personen man für eine geraume Zeit wohnen wird. Eine interessante Argumentation, die definitiv nicht alle Besucher verstanden haben. Anders lassen sich manche Kommentare nicht erklären.

Ein deutsches Gegenstück namens meine-nachbarschaft.de gibt es inzwischen auch, wenngleich die Autoren hier noch erheblich vorsichtiger sind und sich lediglich auf die Infrastruktur beziehen, wo sie fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder Haltestellen bemängeln. Manch einer erkennt möglicherweise das wahre Gesicht, dieses diffamierenden Handelns, wie Hans Zeger, Obmann des Datenschutz-Vereins Arge Daten: rottenneighbor"Hinter dieser Plattform verbirgt sich nichts anderes als die moderne Methode des Blockwart-Systems, das wir aus der Zeit des Nationalsozialismus kennen. Das ist keine Frage von Sicherheit, sondern eine des Zusammenlebens. Außerdem weiß doch niemand, ob die abgegebenen Kommentare der Wirklichkeit entsprechen." Mit Sicherheit werden jetzt einige Leser damit beginnen, ihre Nachbarschaft zu beurteilen. (Firebird77)

(via theinquirer, thx!)

(Bild via theinquirer, thx!)

  • Zitat: Zitat von godlike  Bei mir wird die Seite auch geblockt (von T-Online aus). Mit welchem Proxy funktioniert es bei dir? hidemyass geht schon mal nicht ... Gruss godlike Hab einfach in Google nach einer Proxyliste gesucht und eine IP dann bei den Firefoxeinstellungen eingeben. Aber hier gerne nochmal die IP, die ich benutzt hab: 58.227.194.87 Port: 8080

    -shizzle- am 29.08.2008 12:47
  • @-shizzle- Perfekt danke

    godlike am 29.08.2008 12:51
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