gulli: RIAA: Wunschliste für Antipiraterie-Abkommen

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27. August 2008

RIAA Wunschliste für Antipiraterie-Abkommen

Die Recording Industry Association of America (RIAA) sieht in dem geplanten Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) wohl ihre große Chance, endgültig die Kontrolle über jedweden virtuellen Datenfluss zu erhalten, um Urheberrechtsverletzungen somit zu unterbinden. Die Wunschliste wurde bereits vor einigen Wochen veröffentlicht, jedoch schien sie bislang nicht sonderlich interessant. Einige Details daraus lassen jedoch aufhorchen, präsentieren sie doch so etwas wie den digitalen Polizeistaat, welcher alles kontrolliert.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement, auch als ACTA-Abkommen bezeichnet, soll die zivil- sowie strafrechtliche Durchsetzung von Rechten am geistigen Eigentum erheblich verbessern.

Dabei wird insbesondere auf die Zusammenarbeit zwischen den Ländern gesetzt, die von einem Expertengremium beraten werden. Dieses besteht jedoch ausschließlich aus Vertretern der Rechteinhaber, was letztendlich nicht wirklich positiv betrachtet werden kann. Details zum Abkommen sind bislang nur wenige bekannt, allesamt eher vage als wirklich final formuliert. Die Wunschliste der RIAA zeigt jedoch sehr deutlich, in welche Richtung sich das Abkommen bewegen könnte und voraussichtlich auch wird. Schließlich gibt es in dem beratenden Gremium keine Vertreter einer Bürgerbewegung.

 

Einige der besonders interessanten Wünsche der RIAA sollte man dennoch hervorheben:"Internet Service Provider (ISP) oder andere TK-Anbieter sollen den Internetzugang von Wiederholungstätern [Urheberrechtsverletzer] beschränken oder komplett abschalten." Das Three-Strikes-Gesetz, das nur zu oft als idiotisch und untragbar dargestellt wurde, soll in allen Ländern angewandt werden, die den Vertrag unterzeichnen. Ein bekannter Wunsch, den man aber ohne Probleme übertrumpfen kann: "ISPs, die Benachrichtigungen über Urheberrechtsverletzungen via E-Mail, oder bei Pre-Releases telefonisch erhalten, [...] und die Verbreitung [trotzdem] nicht verhindern, sollen dafür haftbar gemacht werden." Provider, die sich also nicht zur Marionette der Content-Industrie wandeln lassen, sollen für die Urheberrechtsverletzungen ihrer Kunden haften, wenn sie nicht gegen diese vorgehen. Eine besonders interessante Passage gibt es selbstredend noch vorzutragen: "Internet Service Provider oder andere TK-Anbieter sollen Methoden bereitstellen, die Urheberrechtsverletzungen verhindern, wenn legale wie illegale Nutzungen durch ihren Dienst erleichtert wurden. Dies beinhaltet die Ausfilterung von urheberrechtsverletzendem Material." Man schafft es äußerst diplomatisch zu umschreiben, riaa toiletwas man zukünftig von den Providern einfordern will. Eine Filterung des Datenverkehrs, optimalerweise mit einer Deep Packet Inspection um Inhalte bereits während deren Verbreitung zu erkennen. Die Kunden sollen belauscht und deren Transfers analysiert werden, um diese mit Sanktionen überziehen zu können. Als ob dies nicht schon schlimm genug wäre, scheint es niemanden zu geben, der eine solche Wunschliste verhindern könnte. Die wirkliche Volksvertreter arbeiten das ACTA-Abkommen de facto nicht aus, lediglich die Lobbyisten der Industrie. (Firebird77)

(via torrentfreak, thx!)

(Bild via impiousdigest, thx!)

  • Die Industrie hat verloren.Es gibt alles,was sich digitalisieren läßt,im netz und das wird es auch immer geben. die vorschläge sind einfach lachhaft und schwer umzusetzen,sowohl rechtlich als auch technisch(verschlüsselte Dateien!?).sogar mr gates sagte schon mehrmals "u cannot control the internet". also,liebe industrie,alter hut,hier aber nochmals: faire downloadflatraten (umgangsspr. "kulturflatrate") ohne drm oder sonstigen digitalen ...

    modmarc am 28.08.2008 12:49
  • Zitat: Es gibt alles,was sich digitalisieren läßt,im netz und das wird es auch immer geben. Was nützt es dir, wenn du nicht ins Netz kommst, weil dein ISP dich gekickt hat? Zitat: Zumal die Steuern auf Musik und Filme viel mehr Geld in die Kasse spült als die paar Breitbandanschlüsse, muss halt die kleinere Lobby einknicken. Na die Lobby der ISP ist hoffentlich ...

    wolfkid am 28.08.2008 13:19
  • nur zur Info, die MI ist Umsatztechnisch gesehen und vor allem von Seiten der Steuereinnahmen eher ein kleiner Fisch. Bei der Dummheit unserer Politiker - ja ich gehe nicht mehr wählen weils eh wurscht ist wen man wählt - ist es aber kein Wunder daß die immer mahl auf deren Wünsche eingehen ein Googie hinwerfen. Ich denke wenn sich einer von denen mal einen Nachmittag hinsetzen würde und zusammenrechnen würde, wieviel die Ausgaben für ...

    dadampa am 28.08.2008 13:21
  • Hmm das dürfte auch auf riesigen Tier 1 Provider zu treffen (selbst Telekom als Tier 2 Provider muss auf die Leitungen/Technik der Tier 1 Firmen zurückgreifen)- ich glaube kaum das diese sich sowas aufzwingen lassen werden. Tier 1 Provider würden denen (RIAA etc) eher mit Konsequzenen drohen sollte die vorhaben diese haftbar machen, da ist schwubswubs mal eben die Internetprsänz nicht mehr erreichbar von Sony und Co Nee mal im Ernst, diese ...

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