gulli: RIAA: Richter nach Wahl

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16. Juni 2008

RIAA Richter nach Wahl

Die RIAA, die für ihre gewieften Tricks bekannt ist, hat abermals in der Zauberkiste gekramt. Diesmal versuchte man durch einen Trick an einen anderen Richter zu gelangen, so dass man aus einer vermeintlichen Niederlage einen Sieg machen kann.

Der Trick selbst war so simpel, dass es wohl eher ein Zufall ist, dass er bemerkt wurde. Im Rechtsstreit Warner gegen Cassin hatte der Richter festgehalten, dass ein "zur Verfügung stellen" nicht automatisch ein "Verbreiten" im Sinne des Gesetzes darstellt.Die logische Schlussfolgerung daraus wäre gewesen, dass Warner bzw. die Kanzlei eine tatsächliche Verbreitung hätte nachweisen müssen, was ihr jedoch nicht gelingen konnte. Entsprechende Daten waren nicht aufgezeichnet worden. Aus diesem Grunde ließ man kurzerhand die Anklage in allen Punkten fallen, da man sich der scheinbaren Niederlage bewusst wurde. Damit sollte es sich jedoch nicht erledigt haben. Kurze Zeit später erhob man wieder Anklage, diesmal gegen Unbekannt. Die vermeintlich unbekannte Person war jedoch die bereits bekannte und vormals beklagte Cassin. Man spielte auf unwissend und tat, als ob man von diesem "Versehen" nichts gewusst hätte. Inwieweit dies glaubwürdig ist, darf jeder selbst entscheiden. riaa toiletDie Anzeige gegen "John Doe", wie Anzeigen gegen Unbekannt in Amerika genannt werden, hätte nämlich einen netten Nebeneffekt gehabt. Sie wäre einem neuen Richter überstellt worden. Dieser hätte womöglich den Grundsatz "Verfügbar machen == Verbreiten" akzeptiert, so dass die RIAA gewonnen hätte. Der Anwalt des zweifach Verklagten konnte indes beiden Richter den raffinierten Trick verklickern, das Verfahren wird vermutlich abermals fallen gelassen. Es ist erschreckend zu welchen Mitteln die RIAA greift, um einen "akzeptablen" Richter zu erhalten.

(via techdirt thx!)

  • ich werds in 100 jahren nicht verstehen warum die immer was von den "kleinen Fischen" wollen statt jemanden zu verfolgen, der MP3s illegal verkauft... für 1 oder für ein paar Lieder unmengen Geld verlangen.. alles sinnlos, aber durchaus fiese Methoden, die sie da anwenden

    terminator2k2 am 17.06.2008 00:11
  • Zitat: Zitat von terminator2k2  ich werds in 100 jahren nicht verstehen warum die immer was von den "kleinen Fischen" wollen statt jemanden zu verfolgen, der MP3s illegal verkauft... für 1 oder für ein paar Lieder unmengen Geld verlangen.. alles sinnlos, aber durchaus fiese Methoden, die sie da anwenden Um an die großen ranzukommen, musst du in ein Land gehen, wo ab Bezirks-Polizei-Chef abwärts alle auf ...

  • omg - was haben die bloss für ideen ? sitzen da etwa 50 anwälte in einem zimmer und denken sich tagelang neue strategien aus ? ihre Trickkiste wird wohl nie leer

    forgiveme am 18.06.2008 17:59
  • Das ist echt schon kriminell. Aber auch das mit den überzogenen Streitwerten. Bei normalen Fällen muss alles belegt werden, warum es in dieser oder jener Höhe ist und bei Musik, Filmen und Spielen nimmt man einfach Betrag X, ohne irgendwelche Belege vorweisen zu können, aus dem sich der Betrag zusammensetzt.

    Destiny666 am 18.06.2008 18:14
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