gullinews am Dienstag, 02.06.2009 18:50 Uhr
Einem Medienbericht von Ars Technica zufolge, weist CBS, der Mutterkonzern von Last.fm, gegenüber dem Newsmagazin ausdrücklich den Vorwurf zurück, man hätte Nutzerdaten an die Musikindustrie, konkret der RIAA, weitergegeben. Der Vorwurf entstand zunächst als Gerücht beim Weblog TechCrunch. Dort behauptete man, aus "gut unterrichteten Quellen" sei man darüber aufgeklärt worden, dass Last.fm Daten an die Musikindustrie, konkret die RIAA, weitergereicht hätte (gulli:news berichtete).
Der Vedacht lies sich aber nicht belegen oder erhärten. Letzte Woche war man sich bei TechCrunch dagegen erneut sicher, dass nun der Mutterkonzern CBS, der vor einigen Jahren Last.fm aufgekauft hat, Daten an die Musikindustrie weitergegeben hat (gulli:news berichtete). Auch dieses dementiert man bei Last.fm und CBS jetzt ausdrücklich. In einem Forumsposting im Last.fm-Forum von Russ Garrett hieß es schon letzte Woche, dass man den Datenschutz ihrer Nutzer sehr ernst nimmt. Außerdem fungiert Last.fm als unabhängige Einheit und außer ihnen hat niemand Zugriff auf die Daten - auch CBS nicht. Es hat auch keinerlei Anfragen bezüglich Datenbeständen vonseiten CBS gegeben. Erst recht würde man bei Last.fm keine Personenprofile erstellen, indem man beispielsweise IP-Adressen bestimmten Nutzernamen zuordnet. Die Praxis des Datenschutzes sei bei Last.fm als sicher einzustufen, so das Posting.
Auch CBS betonte gegenüber Ars Technica, dass es keinen Datenaustausch zwischen CBS und der RIAA gegeben habe. Man hätte auch keine Daten an einzelne Musiklabels ausgehändigt. Selbst die RIAA sagt laut Angaben von Ars Technica, dass sie in diesem Drama keine Rolle gespielt hätten: "Wir haben keine Anfrage an Nutzerdaten gestellt."
Dieser Sachverhalt lässt im Prinzip nur einen logischen Schluss zu: TechCrunch befindet sich auf einem Feldzug gegen Last.fm. Bis auf unbelegte Behauptungen von TechCrunch, gibt es nichts Substanzielles in dieser Sache zu vermelden. Außerdem sind Musikprofile auf der Last.fm-Plattform ohnehin zum größten Teil öffentlich zugänglich sind und dürften keinerlei Beweiskraft aufweisen. Es sollte offenkundig sein, dass selbst bei einer Zuordnung zu einer IP-Adresse, welche Last.fm nach eigenen Aussagen ausdrücklich unter Verschluss hält, es nichts gibt, was leichter zu fälschen ist, als ein Last.fm Profil. Es reicht schon, die Metadaten einiger Mp3s zu ändern, um den Leak eines Albums zu "simulieren". Handelt es sich in dieser Sache also nur um einen künstlich herbeigerufener Sturm von TechCrunch? (020200) (via Ars Technica, thx!)
| 3 Reaktionen aus dem gulli:Board |
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Step21 am 02.06.2009 20:57:09: |
TheOutSideRs am 02.06.2009 21:13:40: |
aeg3k4 am 03.06.2009 12:21:59: |