RIAA: ISPs zur Mithilfe beim Userverklagen aufgefordert

gullinews am Mittwoch, 14.02.2007 11:17 Uhr

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In einem Brief an verschiedene Provider gab die US-amerikanische RIAA ihren neuen Kurs für Filesharingklagen vor. Kosten der Verfahrenseinleitung will man sich sparen, ISPs sollen verstärkt loggen, Kunden von Kooperierenden ISPs mit Logzeiten von 180 Tagen und mehr kriegen Rabatte bei Entschädigungszahlungen.

Die "Pre-Doe-Settlements" sollen bis zu 1000 Dollar billigere Vergleichszahlungen zur Folge haben. Klagen gegen Unbekannt, so genannte "John Doe"-Verfahren, sollen in den "Pre-Doe"-Fällen gar nicht mehr eingeleitet werden. Den Rabatt gibt es, wenn die mutmaßlichen Filesharer vor der Verfahrenseinleitung bereits dem Vergleich zustimmen.

Damit will die RIAA praktisch umsetzen, was in Deutschland von den Verwertern bisher juristisch gefordert wird: die Möglichkeit, ohne Gerichtsbeteiligung an das Geld der User zu kommen. Während in Deutschland gefordert wird, dass klagende Verbände und Organisationen auch ohne richterliche Anordnung oder Verfahren die Daten eines Users anfordern können, setzt die RIAA auf die ISPs. Diese sollen einen Musterbrief an die mutmaßlichen Filesharer schicken, in dem auf die verminderte Beilegungssumme hingewiesen wird. Geht der Kunde darauf ein, bekommt die RIAA ihr Geld. Tut er das nicht, folgt die bekannte Prozedur mit Verfahrenseinleitung, Datenherausgabe und (teurerer) Beilegung, alternativ die Zivilklage.

Für die verfahrensfreie "Beilegung" hat die RIAA eine neue Website eingerichtet: www.p2plawsuits.com ist bislang eine Parking Domain, aber das hinderte den Verband der US-Musikindustrie nicht daran, sich einmal mehr lächerlich zu machen. Wired hat rechtzeitig den Screenie gemacht: auf der geparkten Seite war massenhaft Werbung für kommerzielle Filesharing-Seiten geschaltet.

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8 Reaktionen aus dem gulli:Board

nils am 14.02.2007 22:37:46:
Rabatt, wenn man im voraus einem (jedem) Vergleich zustimmt? Ist das nicht irgendwie ein Beweis dafür, daß die angeblichen Verluste der Künstler und Labels gar nicht so hoch sein können? damit machen sie mal wieder deutlich, dass es ihnen nicht um ein einklagen ihrer rechte o...

ghostuser am 14.02.2007 23:11:07:
@nils Genau...! Diese Säcke versuchen es auf jede erdenkliche Weise, um an das Geld, was angeblich durch Filesharing verloren gegangen ist zu kommen...lächerlich, aber leider tägliche Realität!!! Was darf man noch alles erwarten? Gruß ghostuser...

Crev Voran am 15.02.2007 06:46:40:
Diese Säcke versuchen es auf jede erdenkliche Weise, um an das Geld, was angeblich durch Filesharing verloren gegangen ist zu kommen... Nächster Punkt: Wohin fließt eigentlich in Wahrheit der Hauptteil des erbeuteten Geldes ? ;)...

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