Rezession begünstigt Datendiebstahl

Firebird77 am Mittwoch, 25.11.2009 12:36 Uhr (Rating: )

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Die Wirtschaftskrise betrifft alle. Manche vielleicht mehr, andere wieder weniger. In solchen Zeiten steigt aber nicht nur die Arbeitslosigkeit.

Eine Umfrage unter 600 Büroangestellten durch Cyber-Ark bestätigt, was man vielleicht schon lange vermutet haben könnte: Wenn der Arbeitsplatz bedroht ist oder sogar verloren geht, verschwindet nicht nur der Arbeitnehmer. Mit ihm wandern insbesondere in diesen Zeiten auch interne Datensätze in andere Unternehmen ab. Unter den Befragten gaben rund 41 Prozent an, bereits sensible Daten aus ihrem Unternehmen "entwendet" und zu ihrem neuen Arbeitgeber mitgenommen zu haben.

Rund ein Drittel der Befragten erklärte zudem, dass man keine Scheu davor habe, interne Daten an Dritte weiterzureichen, vorausgesetzt, daraus würde Familienmitgliedern oder Freunden ein Vorteil erwachsen wie beispielsweise ein Arbeitsplatz.
Dass dies ein schwerer Verstoß gegen jede bekannte Datenschutzrichtlinie ist, scheint auch kein Geheimnis zu sein. Rund 85 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie sich der Illegalität solcher Handlungen durchweg bewusst wären. Dennoch sei es das Risiko wert, da die Daten vielleicht in der Zukunft nützlich seien.

Wer darauf hofft, dass der Datendiebstahl zumindest schwierig durchzuführen ist, der irrt. Noch im Vorjahr gaben 71 Prozent der Befragten an, dass es schwierig sei, Daten aus den Unternehmen zu entwenden. Dieser Wert hat sich drastisch verschlechtert: Ganze 57 Prozent erklärten, dass es inzwischen ein leichtes Spiel sei.

Der wichtigste Typus entwendeter Datensätzen sind, wenig überraschend, Kundendaten. Rund 29 Prozent der Befragten erklärten diese zum primären Ziel, gefolgt von Geschäftsplänen und Angeboten. Besonders erschreckend ist jedoch ein anderer Wert, der eigentlich eher gering erscheint. Etwa 11 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auch ihre ehemaligen Zugangsdaten benutzen würden, um an interne Informationen zu gelangen.

Insbesondere dieser letzte Aspekt ist mehr als nur besorgniserregend, liegt eine Absicherung des Netzwerks doch in der Hand der Firmen.
(via slashdot, thx!)
(Bild via muenster, thx!)

Bookmark and Share

vgwort
 
3 Reaktionen aus dem gulli:Board

ctvirus am 25.11.2009 13:41:33:
kann ich nur bestätigen. ich komme heute noch ins interne netzwerk meiner alten firma rein und was datenschutz von zb. kundendaten angeht: komme ohne probleme an jede menge vertraulicher informationen über die kunden meiner firma. :T...

am 25.11.2009 18:05:52:
Ich frage mich nur, was sich der neue Arbeitgeber dabei denkt, wenn ihm sein Angestellte die Kundendaten oder Pläne seines früheren Arbeitsgebers bringt. Ich würde solchen Menschen nicht anstellen, weil ich ihm nicht vertrauen würde. Es verrät doch viel über die Persönlichkeit und moralische ...

Farzi am 26.11.2009 04:21:52:
Es ist letztlich immer nur eine Frage des Preises. Für den richtigen Preis wird fast jeder die Daten mitbringen. Dabei muss der Preis nicht zwingend geldwert sein. Wenn ein Arbeitnehmer gegangen wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch Rache ein Motiv ist. Zumindest in meiner Branche ist...

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

Rezession im UK: Furcht vor Datendiebstahl wächst
Datendiebstahl in 2008: 285 Millionen Daten entwendet