gulli: Realnamen im Netz: Der Trend geht zur Registrierungspflicht

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18. Januar 2007

Realnamen im Netz Der Trend geht zur Registrierungspflicht

In den USA wird gefordert, dass sich Blogger zu politischen Themen mit mehr als 500 täglichen Lesern namentlich registrieren müssen. In Südkorea geht man das Problem von der anderen Richtung her an: wer auf Seiten mit mehr als 100.000 Besuchern pro Tag schreiben oder kommentieren will, muss sich namentlich identifizieren. Die geplanten Eingriffe in die Freiheitsrechte sind bemerkenswert, erstaunlicher ist, dass nach wie vor Gesetzesvorschläge eingebracht und ernsthaft diskutiert werden, die technisch unsinnig sind.

Einmal mehr über die Schiene "Lobbying" sollen in den USA kritische Blogger mundtot gemacht werden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wird augenblicklich diskutiert. Inhalt: politisch kritisches Bloggen soll mit Lobbyismus gleichgesetzt werden. Wer mehr als 500 tägliche Leser hat, gilt als Lobbyist und muss sich entsprechend namentlich registrieren, andernfalls sollen Haftstrafen drohen.

Von der anderen Richtung her geht man das Problem in Korea an. Webseiten mit mehr als 100.000 Besuchern müssen in Zukunft ihre User mit Realnamen erfassen, falls diese auf der Plattform schreiben oder kommentieren möchten. Das Gesetz soll im Juli in Kraft treten, für Februar sind noch öffentliche Anhörungen geplant. Netzpolitik.org zeigt sich skeptisch ob deren Effekt: vergangene Umfragen lassen auf wenig Kritik an der gelanten Maßnahme hoffen.

Die Frage ist nur die nach der Umsetzung auf der einen und der Ausweichmöglichkeiten der User auf der anderen Seite. Was "500 tägliche Leser" eines Blogs sind, dürfte eine spannende Definitionsfrage sein in den Zeiten von Blogsuchmaschinen, Ping-Services und Client-Fakern. Dasselbe gilt für die 100.000 User-Schallmauer in Korea.

Weiterhin hindert niemand entsprechende Plattformen daran, ihre Dienste und Angebote im Ausland zu hosten, oder einen US-Blogger, eine andere Nationalität und einen ausländischen Wohnort anzugeben. Schwierig zu entscheiden, welche Gründe beängstigender sind: ob die Regierungen das Netz noch immer nicht begriffen haben oder ob sie mit einschüchternden Placebo-Gesetzen vollkommen zufrieden sind.

  • Gravenreuth bei ihnen ist das was anderes, sie versuchen nunmal mit allen mitteln in der öffentlichkeit zu stehen, das nennt man Profilierungssucht Aber vielleicht brauchen sie das auch als werbung damit sie noch ein paar Mandanten kriegen. Und das dolzerchen anonym bleiben will ist klar, er fühlt sich eh schon wie der arme verfolgte. Versuch es doch einfach mal mit nem anständigen job.Dann brauchst du auch nicht bei Gravis schwester einen ...

  • manche blogs sind ja so nochso, nochso oder so und so ... und manch einer moechte nun wirklich nicht unbedingt... also

  • Wie man in DE 500 User, ganz ohne die verdachtsunabhängige Protokollierung der IP-Adresse, welche imo ja verboten ist, countern will, erschließt sich mir nicht.

    MissAntroph am 18.01.2007 16:46
  • Hmm, irgendwie ist da was dran. Allein schon die Namen, die sich einige als Pseudonym ausdenken: kwakbe, 1md, x11x14. Hört sich doch alles saublöd an, oder? Auch Loddarnewyork, einfach bescheuert. Wer heißt so schon im RL? Ich fange deshalb mal an und werde mich hier und jetzt outen: Mein wirklicher Name ist Erwin Lindemann. Ich bin 31, Tankwart und lasse im Herbst gern meinen Drachen steigen. Häufiger will meine Olle leider nicht mit vor ...

    loddarnewyork am 18.01.2007 16:50
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