Raubkopien: China stellt Kanada an den Pranger

gullinews am Mittwoch, 18.04.2007 17:28 Uhr

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:Newsletter

Kaum ein anderes Land wird so oft mit dem Vorwurf systematischer Urheberrechtsverletzungen konfrontiert wie China. Vor allem US-Behörden werfen dem Reich der Mitte regelmäßig vor, zu wenig gegen Raubkopien, Plagiate und Mißachtung der Markenrechte zu tun. Nun kontern die Chinesen: Das Hauptproblem sei nicht China, sondern... Kanada.

Auf einer Pressekonferenz wehrte sich Yi Xintian, ein Sprecher des Ministeriums für geistigen Besitz, energisch gegen die Beschwerde der USA an die Welthandelsorganisation, China unternehme zu wenig gegen geistigen Diebstahl. Er betonte, die chinesische Regierung habe energische Maßnahmen ergriffen, um intellektuelles Eigentum zu schützen und gegen Verstöße vorzugehen. Die offiziellen chinesischen Angaben sprechen dafür: so seien letztes Jahr 235 Verfahren wegen Urherberrechtsverstößen eröffnet worden; auch wurden 73 Millionen illegaler DVDs, CDs und Bücher zerstört.

Wang Ziqiang von der staatlichen Urheberrechts-Administration führte weiter aus: Länder wie Kanada seien doch eine eine viel größere Bedrohung für das internationale Copyright. Dabei berief er sich auf Zahlen einer in Februar veröffentlichten US-Statistik, wonach der jährliche Verlust wegen Piraterie in Kanada $16,78 pro Person betrage, in China jedoch nur $1,68. Inwieweit sich das 30 Millionen Einwohner zählende Kanada mit dem mit 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichsten Land der Erde vergleichen lasse, ließ Wang Ziqiuang offen.

Den Gedanken, die chinesischen Importbeschränkungen für digitale Medien ließen den Bedarf nach Raubkopien nach oben schnellen, wiesen die chinesischen Repräsentanten hingegen vehement von sich. Dies sei "kein gutes Argument", so Wang Ziquiang.

Bookmark and Share

14 Reaktionen aus dem gulli:Board

_Agnostiker_ am 19.04.2007 10:15:15:
Ich erinnere mich an die letzte Cebit: http://www.satundkabel.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=16770&mode=thread&order=0&thold=0 Die Chinesen kopieren priv...

am 19.04.2007 11:17:30:
Die US-Regierung als Geldeintreiber der Welt für einige ihrer Industriezweige. Ist echt erbärmlich. Simon_der_1ste hat da absolut Recht. Die rechnen falsch, jedes kopierte Medium = mögliches verkaufte Medium. Stimmt nicht. Die Leute haben das Geld nicht dazu. Und viele halten die Preise berechti...

am 19.04.2007 16:31:25:
http://www.winfuture.de/news,31279.html Vista: In China bisher nur 244 Mal legal verkauft :D...

 

© 1998-2010 gulli.com | Suche

Seite druckenArtikel empfehlengulli RSS News Feedsgulli twittertgulli:NewsletterSeitenanfang

Suche

Verwandte News

Peking 2008 und die Menschenrechte: Gold für China?
China: Bericht über Zensur wird auch zensiert
China: US-Filme bitte nur noch als Raubkopie
WTO vs. China: Geistiges Eigentum in China muss besser geschützt werden
Trotz Piraterie-Vorwürfen: Kanada ist Hollywoods Top-Absatzmarkt