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03. April 2008

Radiohead Zahlt, erst dann dürft ihr einen Remix erstellen!

Der britischen Rockband Radiohead, die unter anderem für ihre innovative Vermarktungsidee bekannt geworden ist, ihr Album im Internet als Download anzubieten, wobei die Musikfreaks selbst den Preis festlegen durften, scheint ein neuer PR-Gag gelungen zu sein. In Zusammenarbeit mit GarageBand und iTunes können kauffreudige Kunden ab sofort die fünf Bestandteile des Liedes "Nude" von Radiohead herunterladen und mithilfe der GarageBand Software remixen.

Ein Upload auf RadioheadRemix.com ist nach getaner Arbeit erwünscht, wenngleich die Angelegenheit mit höchst interessanten Bedingungen verknüpft wurde. Was anfangs sicherlich einladend klingt, und dem überzeugten Fan eine einzigartige Möglichkeit bietet, entpuppt sich erst nach langem suchen als Mogelpackung. Den Zugang zu der Software erhält man erst, wenn man alle fünf Elemente kostenpflichtig heruntergeladen hat, welche Bass, Stimme, Gitarre, Effekte und Schlagzeug sind. Ein Verwenden der GarageBand eigenen Software ist zuvor nicht möglich.

Ein weiteres Angebot besteht darin, die remixten Tracks auf RadioheadRemix.com hochzuladen, wo sie dann bis 1. Mai angehört und bewertet werden können. Wer dies wahrnimmt, gibt auch sein Einverständnis zu den Nutzungsbedingungen des Angebots. Diese zeigen sich - wider erwarten - alles andere als Fan- und Kundenfreundlich. Nachdem diese nämlich alle fünf Tracks erworben haben, deren Remix (mit anderen freien Tracks) einige Zeit in Anspruch genommen hat, müssen diese beim Upload sämtliche Rechte ihres Remixes an die Band, sowie an Warner abtreten. Downloaden kann man leider auch keinen der neu abgemischten Tracks, sondern diese lediglich anhören und darüber abstimmen.

Es könnte so der Eindruck entstehen, der Kunde darf Geld ausgeben, einen Track zu erstellen, sämtliche Rechte und damit verbundene Einnahmen gehen jedoch auf Radiohead beziehungsweise auf die Plattenfirma Warner/Chappell Music Ltd. über. Für manche Fans sicher eine bittere Angelegenheit, selbst wenn ihr Name bei einer Veröffentlichung des Tracks als "Remixer" angegeben werden soll. (Autor: Firebird77)

(Via Techdirt, thx!)

  • 11 Kommentare zum Artikel
  • Zitat: Zitat von wharfinger Erst in Songs und Artworks das geldgeile System verteufeln (Moneybear etc. etc.) und dann eine solche Kommerzmaschinerie auffahren: ekelhaft. da lässt man sich als band schon auf die neue internetmusikwelt ein und schon wird einem verboten für seine kunst gerecht entlohnt zu werden: ekelhaft.

  • @gruntl: Definiere "gerecht". Außerdem denke ich, dass die letzte Aktion genügend Kohle in die Kassen gespühlt hat. Und viele, die schonmal für die Musik bezahlt haben werden sich sicher die noch die CD gekauft haben. Glaub mal nich, dass sich die Fans die Musik in ihre Taschen gestopft haben und davongelaufen sind, getreu dem Motto "Take the money and run"

    wharfinger am 04.04.2008 19:59
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